Bundesliga

Nach Gala gegen Bayern: hängt Mittelstädt Konkurrent Plattenhardt ab?

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Dass bei Hertha BSC Maxi Mittelstädt und nicht Marvin Plattenhardt gegen den FC Bayern spielte durfte, spricht für den neuen Status des Berliner Eigengewächs. Der 21-Jährige zeigt sich in starker Form und kann zu einer echten Gefahr für Nationalspieler Plattenhardt werden.

„Maxi hat in der Vorsaison einen großen Schritt gemacht“, attestierte Herthas Manager Michael Preetz Eigengewächs Mittelstädt gegenüber dem kicker und versprach dem 21-Jährigen daher vor der Saison, dass dieser „in der neuen Spielzeit mehr Einsatzzeiten bekommen wird.“ Bislang halten er und Trainer Pal Dardai Wort, denn Mittelstädt stand in bereits drei Liga-Spielen und einer Pokal-Partie als Startelfspieler auf dem Feld. „Hertha BSC hat mir einen Plan aufgezeigt, wie ich mich weiterentwickeln soll. Da habe ich dem Trainerteam vertraut“, ließ Mittelstädt die Berliner Morgenpost in seine Gefühlswelt blicken.

Mittelstädt überzeugt gegen Bayern

Pal Dardai hatte bereits vor der Partie gegen den FC Bayern München angekündigt, aufgrund der englischen Woche personell rotieren zu wollen. Es war allerdings äußerst überraschend, dass damit Marvin Plattenhardt gemeint war, den der Ungar für Mittelstädt aus der Mannschaft nahm. Ausgerechnet in der Begegnung gegen den deutschen Rekordmeister vertraute Dardai dem jungen Eigengewächs und nicht WM-Fahrer Plattenhardt – ein Fingerzeig. Mittelstädt rechtfertigte seinen Einsatz auf ganzer Linie. Zusammen mit Flügelpartner Javairo Dilrosun schaltete der deutsche U21-Nationalspieler die rechte Seite Bayerns, bestehend aus Ajren Robben (später Thomas Müller) und Joshua Kimmich, nahezu aus. Mittelstädt bewies nicht nur starkes Zweikampfverhalten (fünf von sieben Duellen gewonnen), sondern auch sehr kluges Stellungsspiel (vier Bälle abgefangen).

Mittelstädt steht für Herthas Philosophie

Mit Maxi Mittelstädt haben sich die Blau-Weißen in den vergangenen zwei Jahren einen Bundesliga-reifen Linksverteidiger aus der eigenen Jugend aufgebaut – das zeigte spätestens seine starke Vorstellung gegen den FC Bayern. „Wir haben ihn langsam an die Bundesliga herangeführt: Erst war er im Kader, dann wurde er eingewechselt, inzwischen stand er in einigen Spielen in der Startelf. Er ist das beste Beispiel für unsere Talente“, lobte Herthas Trainer Pal Dardai seinen Schützling im Tagesspiegel. Auch in dieser Saison wird ersichtlich, wie sehr die „alte Dame“ auf die Förderung von jungen Spielern setzt. Gegen den FC Bayern kamen insgesamt neun Spieler zum Einsatz, die 23 Jahre oder jünger sind. Mit Mittelstädt, Jordan Torunarigha (21), Arne Maier (19), Palko Dardai (19) und Dennis Jastrzembski (18) schaffen es regelmäßig Berliner Eigengewächse in die Mannschaft oder sogar Startelf der Blau-Weißen.

Plattenhardt nicht mehr unantastbar

Die starke Entwicklung des Linksverteidigers hat zur Folge, dass der als unantastbar gegoltene Marvin Plattenhardt erstmals wirkliche Konkurrenz verspürt. Im vorherigen Spiel gegen Werder Bremen (1:3) zeigte der 26-Jährige eine schwache Leistung und auch in den Wochen davor fiel er nicht als zentrale Säule der Mannschaft auf. Des Weiteren hat er sein Monopol auf die Standardsituationen verloren. Ondrej Duda traf bereits zweimal per direkten Freistoß und hat daher den Vorrang erhalten, auch bei den Ecken kommen vermehrt Spieler wie Valentino Lazaro zum Zug. Plattenhardt droht also aus der Mannschaft verdrängt zu werden, sollte er sich nicht in den kommenden Wochen sichtlich steigern. Selbstverständlich leidet auch seine Rolle in der deutschen Nationalmannschaft darunter, sollte ihm Mittelstädt erst einmal den Rang ablaufen. Es scheint, als sei Plattenhardt so gefordert wie noch nie zuvor.

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