Bundesliga

Müller-Wohlfahrt schießt gegen Guardiola: „Mensch mit schwachem Selbstbewusstsein!“

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Bayern-Mannschaftsartz Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hat in seiner Biografie: „Mit den Händen sehen: Mein Leben und meine Medizin“ in einem Kapitel über seine Zeit unter Ex-München-Trainer Pep Guardiola gesprochen – und ein wenig schmeichelhaftes Urteil über den Katalanen gezogen.

„Unter Pep Guardiola veränderte sich das Klima beim FC Bayern München, und es wurde mehr und mehr deutlich, dass er mir und meinem Team kein Vertrauen schenkte“, monierte Wohlfahrt in seiner Lektüre, die bei Bild ausschnittsweise behandelt wird. Guardiola habe einerseits kein Interesse an medizinischen Fragen gehabt, „verlangte aber andererseits von uns, Wunder zu vollbringen.“

Viele Vorwürfe von Guardiola

Die Stimmung zwischen ihm und den Ärzten war somit von Beginn an angespannt, bereits nach dem dritten Tag soll Guardiola vorwurfsvoll gesagt haben: „Was ist hier eigentlich los? Ich dachte, ich komme in die beste medizinische Abteilung der Welt, und wir haben zwei Dauerverletzte, die nach der ursprünglichen Diagnose schon längst wieder gesund sein sollten. Was soll denn das?“

Arzt und Trainer fanden keine Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit

Müller-Wohlfahrt aber hatte viele Vertraute in der Mannschaft und im Umfeld, die sich bereits seit vielen Jahren und Jahrzehnte von ihm behandeln ließen. Die Folge der Umstrukturierungen: Die Bayern hatten vor allem im Frühjahr mit großem Verletzungspech zu kämpfen und verloren so den Rhythmus. Der Mannschaftsarzt aber fand mit seinen Worten kein Gehör: „Ich konnte Pep Guardiola aber mit dem, wie ich denke und arbeite, schlicht nicht erreichen. Selbst meine Berichte über verletzte Spieler interessierten ihn nicht. Immer wenn ich mit ihm sprechen wollte, wandte er sich sofort ab und ging weg.“

Knackpunkt Porto

So kam es am Tag nach der 1:3-Niederlage im Viertelfinale beim FC Porto am 15. April 2015 zum endgültigen Zerwürfnis. „Während die Spieler schon auf den Liegen behandelt wurden, wurde ich vor versammelter Mannschaft lautstark angegriffen und für die vielen Verletzten verantwortlich gemacht. Ich sei schuld am körperlichen Zustand der Spieler und letztlich an der Niederlage. Es könne nicht sein, dass die Verletzungen bei uns sechs Wochen dauerten und in Spanien nur 14 Tage“, lautete der von Guardiola geäußerte Vorwurf.

Müller-Wohlfahrts Urteil über Guardiola

Der 75-Jährige verließ die Bayern nach 38 Jahren als Arzt und kehrte erst im November vergangenen Jahres wieder zurück. Sein Urteil über Guardiola liest sich vernichtend: „Ich halte Pep Guardiola für einen Menschen mit einem schwachen Selbstbewusstsein, der alles dafür tut, um andere darüber hinwegzutäuschen. Er scheint deshalb in ständiger Angst zu leben, nicht so sehr vor Niederlagen, sondern viel mehr vor dem Verlust von Macht und Autorität.“

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