Bundesliga

Mögliche Wintertransfers: Eintracht-Scouting-Abteilung im Fokus

on

Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Die Winterpause in der Bundesliga kommt mit großen Schritten näher – und somit auch die Eröffnung des zweiten Transferfensters. Vom 1. bis 31. Januar können die Vereine Spieler wieder transferieren. Adi Hütter, Trainer von Eintracht Frankfurt, kündigte eine genaue Analyse an. Scout Ben Manga und sein Team müssen wohl etwas genauer hinsehen.

Als Trainer Adi Hütter zuletzt gefragt wurde, ob die Frankfurter Eintracht im Winter auf dem Transfermarkt aktiv werde, fiel die Antwort deutlich aus: „Wir sind gefordert, den Kader zu durchforsten. Was tut uns gut? Wer kann den Weg mit uns gehen? Und wer kann den Weg vielleicht nicht mitgehen? Wir werden intern besprechen, wie der Kader im Frühjahr 2019 aussehen soll.“

Rotation nur im kleinen Stil möglich

Es ist eine Qualitätsfrage, die der Österreicher gestellt hat. Hütter, der die Euphorie nicht bremsen mag und Entwicklungen vorantreibt, strebt nach dem Höchsten. Der ehemalige Profi verfolgte große Ziele, sein Durst nach Siegen und Erfolgen ist kaum zu stillen. Reicht der so groß erscheinende, 36 Spieler umfassende, Kader qualitativ aus, um auch im Frühjahr noch besser zu werden? Dann, so kündigte Hütter an, seien seine Teams zumeist am stärksten unterwegs gewesen.

Verletzungen können schwer kompensiert werden

Deutlich wird dabei aber schnell: Hinter der 15 bis 16 Spielern umfassenden ersten Reihe lichtet sich das Feld. Wenn zudem noch potenzielle Stammspieler wie David Abraham, Lucas Torro, Timothy Chandler oder Goncalo Paciencia ausfallen, sind Rotationen im großen Stil kaum noch möglich. Selbst im letzten Gruppenspiel der Europa League gegen Lazio Rom wird der 48-Jährige nicht alle Stammspieler schonen können. Neuverpflichtungen im Winter sind bei dem anstehenden Programm im Frühjahr offenbar nötig.

Ben Manga als Toptransfer

Um die Qualität im Kader weiter erhöhen zu können, verlässt sich Sportvorstand Fredi Bobic für die strategisch wohl wertvollste Verpflichtung im Sommer 2016: Chefscout Ben Manga. In der Vergangenheit gab es häufig die Kritik, dass die Scoutingabteilung der Eintracht nur das kicker-Sonderheft lese und dementsprechend wenig Kreativität auf dem Transfermarkt zeige.

Scouting auf mehrere Schultern verteilt

Inzwischen ist die Suche nach neuen Spielern global auf mehrere Schultern verteilt, Frankreich, Portugal, Spanien und Nordamerika sind die Länder, in denen vor allem gefahndet wird. Spieler, die kommen, sind dann meist in Deutschland unbekannte oder im jungen Alter bei einem anderen Klub gescheiterte: Evan N’Dicka, Lucas Torro, Luka Jovic, Sebastien Haller, Omar Mascarell, Marius Wolf, Danny da Costa oder Ante Rebic sind nur einige Beispiele, die in den vergangenen zweieinhalb Jahren unter Bobic zur Eintracht kamen. Die gute Stimmung im Kader zeigt: Ben Manga sucht nicht nur nach Qualität, sondern auch Mentalität und Charakter. Ein Faustpfand für Phasen, in denen es etwas schlechter laufen könnte.

Handlungsbedarf im defensiven Mittelfeld

Im Winter wird sich nun die Frage stellen: Brauchen die Hessen im defensiven und offensiven Mittelfeld Spieler, die sofort einschlagen? Oder kann ein talentierter, aber in der Bundesliga noch unerfahrener, Akteur im Vorgriff auf den kommenden Sommer verpflichtet werden? Nach dem monatelangen Ausfall von Torro, der Verletzungspause von Allan Souza und dem möglichen Abgang von Francisco Geraldes besteht vor allem auf der Sechser-Position Handlungsbedarf. Gelson Fernandes ist aktuell der einzig gelernte defensve Mittelfeldakteur, Mijat Gacinovic, Jonathan de Guzman, Marc Stendera oder seit neuestem Jetro Willems können zwar punktuell aushelfen, haben aber normalerweise auf anderen Positionen ihre Stärken. Stendera wird deshalb nach Informationen von fussball.news mit großer Wahrscheinlichkeit in Frankfurt bleiben. Das Eigengewächs, im Sommer noch ein Verkaufskandidat, hat zuletzt regelmäßig im Kader gestanden und Einsatzzeiten erhalten. Hütter hält einiges von dem bald 23-Jährigen, der durchaus mit Ruhe am Ball und sauberen Zuspielen überzeugen kann.

Was gegen und für Rode spricht

Obwohl auf dem Papier viele Akteure vorhanden sind, die im Zentrum eingesetzt werden, müssen Ben Manga und sein Netzwerk genau überlegen, ob ein externer Neuzugang mithelfen kann, die Lücke zu schließen. Sebastian Rode etwa, über dessen Verpflichtung spekuliert wird, hätte zwar Erfahrung – aber sein letztes Pflichtspiel für Borussia Dortmund liegt bald zwei Jahre zurück. Rode hat Fähigkeiten, die theoretisch helfen können. Ob er diese nach so langer Pause abrufen auf Anhieb abrufen kann, ist fraglich. Und: Bobic ist „kein Fan“ von Rückholaktionen. Wahrscheinlicher ist deshalb ein Transfer der Marke Wolf oder da Costa: Einige Bundesligaspiele absolviert, jung, Karriereknick – aber noch immer formbar und mit viel Talent gesegnet.

Wer wird verkauft?

Verkäufe könnten den Weg, nachdem die Europa-League-Prämien bereits das Transfervolumen deutlich erhöht haben, dahin ebnen. Marco Fabian und Branimir Hrgota spielen gar keine Rolle mehr, auch die Nachwuchsakteure Deji Beyreuther, und Noel Knothe müssen sich hinterfragen, ob sie als Sparringspartner im Training versauern oder aber den Weg über die unteren Ligen gehen wollen. Simon Falette kündigte bereits an, sich im Winter mit seiner Zukunft beschäftigen zu wollen.

About Christopher Michel

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.