Borussia Dortmund

Mentalitätsdebatte? Schröder zeigt Verständnis für Reus-Ärger

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Aus Mainz berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Marco Reus hat mit seiner wütenden Reaktion auf die Frage nach der Mentalität Diskussionen hervorgerufen. Der Begriff hat vor allem in Fußball-Deutschland einen hohen Wert und bildet ein Reizklima. Rouven Schröder, Sportvorstand vom 1. FSV Mainz 05, hat Verständnis für die drastischen Worte des Kapitäns von Borussia Dortmund.

„Mentalität ist ein ganz großes Wort, weil es so viel beinhaltet“, sagte Rouven Schröder auf Nachfrage von fussball.news. Wer den Duden durchwühlt und nach dem Begriff sucht, der findet 17 (!) Synonyme – von Anschauungsweise über Gesinnung bis hin zu Überzeugung. Der Sportvorstand des 1. FSV Mainz 05 merkte deshalb an, weshalb die Frage danach auf Unverständnis bei den Beteiligten stoßen kann: „Wenn man einem Spieler oder der Mannschaft die Mentalität abspricht, dann wird die Grundsatz-Einstellung eines jeden Profis in Frage gestellt. Das stört einen Spieler natürlich.“

Der BVB hat den Druck auf das Team bewusst erhöht

Borussia Dortmund hätte Eintracht Frankfurt am vergangenen Sonntag nach früher Führung überrollen können, ging zwischenzeitlich noch einmal in Führung und stand nach einem Eigentor zum 2:2 doch nur mit einem Punkt da. Zu wenig für den BVB, der den ersten Meistertitel seit 2012 gewinnen möchte und ganz bewusst den Druck vor Beginn der Spielzeit in der Kommunikation erhöht hat.

Schröder sieht emotionalen Auftritt durchaus positiv

„Dann bist du eine Person und Mannschaft, die große Ambitionen hat und triffst auf einen Reporter, der das Thema auch noch sehr gut rauskitzelt. Deshalb kommt nach dem Spiel so ein Interview heraus“, erklärte Schröder. Der frühere Profi hat damit aber kein Problem: „Das sind doch genau die Emotionen, die wir uns wünschen und sehen wollen.“

„Thema Mentalität zu hoch gehandelt“

Schröder gab Reus im Grundsatz aber Recht: „Ich finde das gesamte Thema Mentalität zu hoch gehandelt.“ Oftmals gehe es um eine oder zwei Situationen, in denen ein Spieler nicht richtig hingehe. Dies habe aber weniger mit Mentalität zu tun. Vielmehr sieht der Sportvorstand der Rheinhessen die „Gier“ nach mehr Toren im Mittelpunkt: „In der überlegenen Phase muss man mehr rausholen und noch einen draufsetzen.“

Schröder findet Mentalitätsdebatte daher „nicht passend“

Doch die gesamte Mentalität des Teams anzuzweifeln sei „zu plakativ“ betrachtet: „Jeder Spieler in der Bundesliga geht rein in die Partie und will gewinnen. Dafür arbeitest und lebst du tagtäglich und verdienst dein Geld.“ Bei aller berechtigen Kritik, die es geben könne, findet Schröder dieses Betrachtungsweise deshalb „nicht passend“.

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