Bundesliga

„Meine unangenehmste Phase“: Hütter steckt mit Eintracht in der Krise

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Es war ein Nackenschlag für Eintracht Frankfurt! Die Hessen unterlagen nach 2:0-Führung dem 1. FC Köln noch mit 2:4 – und das in Summe verdient. Trainer Adi Hütter gab sich nach Spielschluss kämpferisch und sieht seinen Job trotz Negativlauf nicht gefährdet.

Wie schnelllebig das Fußballgeschäft sein kann, wird bei Eintracht Frankfurt mit Blick auf die vergangenen sieben Wochen deutlich. Am 2. November wurde der FC Bayern München mit 5:1 besiegt und anschließend daran im Umfeld von einem Großteil ausgeblendet, wie dieser Erfolg zustande kam: Unterzahl nach zehn Minuten und dazu mit Niko Kovac einen Trainer, der zuvor schon wackelte und danach endgültig fiel. „Man muss sagen: Die Erwartungshaltung ist eine andere geworden, vor allem nach dem Sieg gegen die Bayern. Danach hat man uns schon in den Champions-League-Plätzen gesehen“, sagte Adi Hütter nach der bitteren 2:4-Niederlage gegen den 1. FC Köln. Die Hessen konnten nur einen Sieg in den vergangenen neun Pflichtspielen verbuchen und stecken in der Krise – ergebnistechnisch und spielerisch.

Hütter spricht über seine „unangenehmste Zeit“

Hütter habe zwar „keine Zeit“, sich über den eigenen Job „Gedanken zu machen“ und müsse die Mannschaft schnell wieder „auf Vordermann“ bringen. Doch der 49-Jährige gab zu: „Es ist sicherlich die unangenehmste Zeit, seitdem ich hier bin.“ Der Österreicher hatte nach seiner Ankunft im Sommer 2018 zwar einen holprigen Beginn, doch die Stimmung im gesamten Umfeld war damals nach dem Sieg im DFB-Pokal eine andere. Zudem zeigten die Hessen trotz Startschwierigkeiten hoffnungsvolle Ansätze und spätestens nach dem 2:1-Erfolg in der Europa League bei Olympique Marseille entwickelte sich ein ganz besonderer Geist am Main.

Schwerfällige Saison 2019/20

In der Spielzeit 2019/20 wirkt vieles schwerfälliger, mühsamer. Intern rechneten die Verantwortlichen durchaus damit, dass die Mannschaft nach der Pleite gegen Köln an den Zaun zitiert wird. Doch selbst der Anhang ist nach Pflichtspiel Nummer 55 müde geworden und hat dazu keine Kraft mehr. Es war ein langes Jahr mit dem emotionalen Höhepunkt Europa-League-Halbfinale. Offenbar gibt es nun die Quittung, die einige zuvor befürchtet hatten.

Hütter bleibt kämpferisch

Hütter bleibt aber kämpferisch und richtet den Blick nach vorne: „Ich bin 100 Prozent davon überzeugt, dass wir eine andere Leistung bringen werden, wenn wir komplett sind und die nötige Regenerationszeit haben.“ Allerdings steht bereits fest: Durch das Weiterkommen in DFB-Pokal und Europacup muss das Team mindestens mit 20 Pflichtspielen rechnen.

Eintracht muss auf dem Transfermarkt aktiv werden

Klar ist: Es muss sich etwas verändern. Die häufig hervorgehobene Kaderbreite ist nicht vorhanden, Hütter setzte im Kern auf sieben oder acht Akteure, die im fitten Zustand stets spielen mussten. Frappierend ist der Frischeverlust vor allem bei Djibril Sow, der nach Einwechslung für den erneut angeschlagen ausgewechselten Sebastian Rode ranmusste, obwohl der Tank komplett leer ist. Der Klub wird auf dem Transfermarkt nachlegen müssen, Bedarf für Verstärkungen besteht beinahe auf jeder Position: Vorne, vor allem auf der linken Außenbahn, inzwischen auch in der nicht mehr sattelfesten Innenverteidigung.

Hütter macht sich keine Gedanken über seinen Job

Hütter wird in der Rückserie allerdings Veränderungen vornehmen müssen. Flexibilität und Variabilität sind nicht vorhanden, das System ist festgezurrt, die Spielweise ebenfalls. Die Gegner haben die Eintracht aktuell entschlüsselt, die letzten fünf Bundesligatore entsprangen allesamt einer Ecke. So positiv die Entwicklung bei Standardsituationen auch sein mag, insgesamt ist es als einziges Stilmittel zu wenig! Aus dem Spiel heraus gelingt den Hessen kaum ein vernünftiger Angriff, in den Strafraum kommt die Mannschaft kaum noch. Hütter stellte aber klar: „Ich sehe keinen Ansatz, dass ich mir Gedanken darüber machen müsste, was meine eigene Person betrifft.“

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