Bundesliga

Matthäus zerlegt Stuttgarts Kaderplanung

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Der VfB Stuttgart hat trotz ordentlicher Leistung am Samstag gegen RB Leipzig den nächsten Rückschlag kassiert. Nach dem 1:3 vor heimischem Publikum verharren die Schwaben auf Relegationsplatz 16. Lothar Matthäus sieht die Entwicklung als Folge einer verfehlten Kaderpolitik.

„Die Transferpolitik geht auf der einen Seite zu jungen Spielern, die hungrig sind“, so der Rekordnationalspieler in der Sky-Sendung ‚Wontorra‘. „Und auf der anderen kommen Spieler, die sich noch mal ein paar Jahre die Tasche voll machen wollen.“ Es sei nicht mehr nachzuvollziehen, in welche Richtung sich der Verein in der Zusammenstellung der Mannschaft bewegen will. Besonders kritisiert Matthäus dabei die Maßnahme, eine Vielzahl von Spielern gehobenen Alters zu verpflichten. „Sie haben auf eine Aktie gesetzt, von der man schon aufgrund der Altersstruktur weiß, dass sie nicht mehr nach oben geht“, formuliert er.

„In der Gesamtheit zu wenig Qualität“

Erfahrung sei das eine und durchaus nötig, um in der Bundesliga zu bestehen. Der VfB habe aber Spieler auf dem absteigenden Ast geholt. Als Beispiele nennt Matthäus Dennis Aogo, Holger Badstuber, Andreas Beck oder Ron-Robert Zieler. „In der Gesamtheit ist zu wenig Qualität gekauft worden. Und man hat die jungen Spieler, die sich den Arsch aufgerissen haben für den VfB, wieder in die zweite Reihe verschoben.“ Damit haben die Schwaben aus der Sicht des früheren Weltklasse-Mannes den Weg verlassen, den sie mit der Euphorie rund um den direkten Wiederaufstieg im Jahr 2017 eingeschlagen hatten.

Bild berichtet von Streichliste

Dem Verein ist dies freilich auch nicht verborgen geblieben. Sportchef Michael Reschke musste in der vorigen Woche wohl vor allem wegen seiner fehlgeleiteten Kaderplanung den Posten räumen. Und die Bild-Zeitung berichtet nicht von ungefähr von einer Streichliste mit fünf prominenten Namen. Es stellt sich lediglich die Frage, ob der VfB dank der Schwäche der Konkurrenz mit einem blauen Auge davon kommt. Oder aber zum zweiten mal binnen drei Jahren den bitteren Gang in die 2. Bundesliga antreten muss.

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