Borussia Dortmund

Matthäus: Favre hat nicht mehr alle Spieler hinter sich

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Borussia Dortmund hat am Samstag im Revierderby beim FC Schalke 04 mit viel Glück ein torloses Remis erzielt. Es gestaltet die Tabelle deutlich erträglicher, als es die Leistungen des Vizemeisters in den vergangenen Wochen sind. In der Debatte um die Position von Lucien Favre sieht Lothar Matthäus einen sich abzeichnenden Riss zwischen Trainer und Mannschaft.

„Ich habe das Gefühl, dass Favre nicht mehr alle Spieler erreicht und hinter sich hat“, schreibt der Rekordnationalspieler in einer Kolumne für Skysport.de. „Man muss Entscheidungen treffen. Auch wenn es mir zu einfach ist, ständig alles auf den Coach zu schieben, sich nach fünf Jahren immer noch nach Klopp zu sehnen und dies auch öffentlich zu sagen.“ Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte die Länderspielpause mit zahlreichen Terminen genutzt, um die Werbetrommel für sein neues Buch zu rühren. Dabei äußerte er wiederholt, dass kein Trainer je an den letzten Meistercoach des BVB heranreichen könne.

„Kann keine Handschrift erkennen“

Durch die schwachen Leistungen und wechselhaften Ergebnisse der vergangenen Spiele steht Favre wohl durchaus unter Erfolgsdruck. Auch wenn eine von vielen Fans diskutierte Entlassung des Schweizers Medienberichten zufolge nicht unmittelbar bevorsteht. Matthäus stimmt in die Kritik allerdings deutlich mit ein. „Was sie einst stark gemacht hat, ist leider überhaupt nicht mehr zu erkennen“, so der TV-Experte. Dem Spiel von Borussia Dortmund fehle eine eindeutige Philosophie. „Ich kann keine Handschrift erkennen“, schreibt Matthäus. Am meisten ärgere ihn jedoch die fehlende Selbstkritik des Teams.

Fehlende Charaktere beim BVB

„In Dortmund redet man sich alles schön, obwohl es alles andere als schön ist.“ Für den früheren Weltklasse-Spieler ist es ein Zeichen fehlender Charaktere im Kader. „Wenn ich ein paar Typen in der Mannschaft habe, die sich selbst hinterfragen würden und Gedanken machen, dann geht das auch mal ohne Trainer und eigenverantwortlich.“ So sieht Matthäus Favre wohl als eine Art Blitzableiter für alle Probleme beim BVB. Angesichts aus seiner Sicht deutlicher werdender atmosphärischer Störungen jedoch, läuft wohl viel auf einen Knall hinaus.

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