2. Bundesliga

Magath rechnet mit Titz und den HSV-Bossen ab

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Felix Magath zählt zu den erfolgreichsten Persönlichkeiten in der Geschichte des Hamburger SV. Schließlich erzielte der gebürtige Unterfranke im Landesmeistercup-Finale 1983 das legendäre Siegtor gegen Juventus Turin. Später war Magath noch als Trainer und Funktionär für den HSV tätig. Heute ist er ohne Job – aber ein großer Kritiker der HSV-Politik.

Im Interview mit Sky rechnete Magath im Grunde mit gefühlt jedem HSV-Funktionär der vergangenen Jahre ab. Insbesondere attackierte Magath den umstrittenen HSV-Trainer Christian Titz. „Man bekam ja das Gefühl, als ob Pep Guardiola dreimal am Tag bei Titz anrufen würde“, spottete Magath und legte nach. Es sei gerade „die Zeit der Märchenerzähler“, so Magath. Titz sei demnach „ein Mann, der gut erzählen kann. Der Anspruch des HSV sollte aber ein anderer sein als einen Unbekannten aus der Jugend zu holen und mit so einer Aufgabe zu betreuen.“ Zu erklären könnte die harsche Kritik an Titz auch damit sein, dass Magath noch verärgert ist, weil Titz-Vorgänger Bernd Hollerbach vergangene Saison den Trainerstuhl beim HSV räumen musste. Hollerbach diente lange Jahre als Co-Trainer von Magath.

Attacken gegen Hoffmann und Holtby

Auch gegenüber dem ehemaligen und aktuellen Führungspersonal des Bundesliga-Absteigers ließ Magath keine Milde walten: „Es hat mich irritiert, dass es möglich war, den HSV absteigen zu lassen. Der Trainer macht es ja nicht alleine. Ein Verein braucht eine Führungspersönlichkeit an der Spitze, die versteht, was auf dem Platz passiert. Das gab es lange nicht mehr.“ Der aktuelle HSV-Chef Bernd Hoffmann wiederum verstehe offenbar viel von Marketing, Hoffmanns sportliche Kompetenz zog er jedoch in Zweifel. „Sportlich wäre mir wohler bei einer Konstellation wie in Gladbach mit Hans Meyer“, so Magath, der auch noch Kritik an seinem Ex-Spieler Lewis Holtby („Ich habe Magath überlebt“; Anm. d. Red.: Auf Schalke) äußerte. Dass Holtby und Teamkollege Christoph Moritz beim gleichen Berater unter Vertrag stehen wie HSV-Coach Titz, sorgt bei Magath für Verwunderung. „Das spricht nicht für einen guten Verein. Da schüttelt es mich“, sagte der 65-Jährige, dem selbst immer wieder Ambitionen nachgesagt werden, beim HSV eine führende Rolle einnehmen zu wollen. Sportlich konnten die Rothosen immerhin aufatmen: Die Hamburger siegten am Freitagabend mit 2:1 bei Darmstadt 98 und sind vorläufig wieder Zweiter der Tabelle.

 

About Daniel Michel

Daniel Michel, Jahrgang 1981, gründete im Dezember 2015 das Nachrichtenportal fussball.news. Zuvor war er als freier Journalist u.a. bei Sport1, Eurosport und der Perform Group tätig. Er ist zudem Co-Herausgeber einer Fußball-Buchreihe und Autor mehrerer Bücher und Kalender.

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