Nationalmannschaft

Magath: Leere Stadien bei Länderspielen Quittung für „falsche Entscheidungen“

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Die deutsche Nationalmannschaft hat sich am Samstagabend durch einen standesgemäßen 4:0-Erfolg gegen Weißrussland das Ticket für die EURO 2020 gesichert. In Mönchengladbach blieb das Stadion dabei einmal mehr weit davon entfernt, ausverkauft zu sein. Felix Magath ahnt die Gründe.

Am Niederrhein war der Oberrang nur spärlich besetzt, auch für das abschließende EM-Qualifikationsspiel gegen Nordirland am Dienstagabend in Frankfurt dürften mehrere Tausend Plätze frei bleiben. „Ich glaube, dass das Problem tiefer liegt“, so Magath im Sport1-‚Doppelpass‘. „Dass in den letzten Jahren falsche Entscheidungen getroffen wurden, dass die Entwicklung im deutschen Fußball nicht in die richtige Richtung ging.“

„Sehr schön von rechts nach links transportiert“

Aus Sicht des früheren Bundesliga-Trainers ernte der DFB nun die Quittung für Verfehlungen in der Ausbildung junger Spieler. Der Nationalmannschaft als Aushängeschild fehle es an sportlicher Attraktivität. „Es wird sehr viel Wert gelegt auf Position und taktisches Verständnis und Ballbesitz. Da wird der Ball sehr schön von rechts nach links transportiert. Man hat ja schon gejubelt, als Xabi Alonso als defensiver Mittelfeldspieler 200 Ballkontakte hatte.“ Für den Europameister von 1980 sei das kein attraktiver Fußball.

„Ich bin für die englische Art“

„Ich habe immer gesagt, ich bin mehr für die englische Art, Fußball zu spielen“, so der 66-Jährige. „Wo es mehr Richtung Tor geht und es mehr Zweikämpfe gibt.“ In diese Richtung habe sich das Spiel in Deutschland aber zu lange nicht entwickelt. So sei das Defizit an Attraktivität entstanden. Im Zusammenspiel mit anderen Faktoren, etwa überhöhten Ticket-Preisen und ungünstigen Anstoßzeiten, wuchs so der Nährboden für den Status Quo. Beim DFB haben sie dieses Problem zuletzt nicht so ernst genommen. Oliver Bierhoff verwies dabei auf die gute Auslastung von über 90 Prozent bei Heimspielen seit der verkorksten WM 2018.

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