Nationalmannschaft

Löw: „Man muss lernen, ein 2:0 nach Hause zu bringen“

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Die deutsche Nationalmannschaft hat im letzten Länderspiel des Jahres ein 2:2 gegen die Niederlande erreicht. Allerdings sah die Mannschaft von Trainer Joachim Löw bis kurz vor Schluss wie der sichere Sieger aus. Deswegen haderte der Bundestrainer auch nach der Partie mit dem Ergebnis.

Doch nicht nur Joachim Löw, sondern auch Toni Kroos zeigte sich nach Abpfiff unzufrieden mit dem in letzter Minute verspielten Sieg: „Es bleibt das hängen, was am Ende passiert ist. Es ist bitter, weil wir viele Dinge gut umgesetzt haben, aber nicht den Deckel drauf gemacht haben“, ärgerte er sich gegenüber der ARD. Das Remis erklärte er auch mit einem Leistungsabfall in der zweiten Halbzeit, dort habe die DFB-Elf „weniger Kontrolle als in der ersten Halbzeit gehabt“. Vor der Pause führten die Deutschen durch Tore von Timo Werner (9.) und Leroy Sane (18.) bereits früh mit 2:0 und ließen die Niederländer kaum zu Torchancen kommen. Zu einer ähnlichen Einschätzung kam Timo Werner an gleicher Stelle: „Es ist schade, bis zum 2:1 haben wir hier alles im Griff gehabt. Wir haben super Fußball gespielt und bekommen dann ein dummes 2:1.“ Dieses 2:1 fiel erst in der 85. Minute durch Quincy Promes und war  die zweite ernsthafte Torchance der Elftaal in der zweiten Halbzeit.

Löw ärgert sich und wirbt um Geduld

Der Ausgleich durch den niederländischen Innenverteidiger Virgil Van Dijk in der Nachspielzeit verhagelte dann auch nicht nur Toni Kroos die Laune.  „Ich bin enttäuscht über das Ergebnis, aber wenn ich die ganze Spielzeit sehe, habe ich mehr Positives als Negatives gesehen“, ärgerte sich Joachim Löw gegenüber der ARD, war aber auch bemüht die positiven Elemente des Spiels zu betonen. Dennoch sei die Mannschaft mit dem späten Ausgleich „bestraft“ worden, dies ziehe sich „ein bisschen durch das ganze Jahr“. Grund für den späten Ausgleich war für Löw auch ein wenig die Naivität seines Teams: „Man muss lernen, ein 2:0 nach Hause zu bringen. Das sind Erfahrungswerte, die wir machen.“ Ungeachtet der leichten Kritik warb er auch um Geduld für den aktuellen Umbruch: „Einen Umbruch kann man nicht von heute auf morgen machen, dafür ist man viel zu wenig zusammen.“ So werde der Umbruch „bestimmt noch das ganze nächste Jahr  dauern.“

Ein Spickzettel sorgt für den Ausgleich

Die Elftaal freute sich über den späten Ausgleich und den damit verbundenen Gruppensieg. Wie hart dieser Punkt erkämpft war, das betonte Virgil Van Dijk: „Deutschland spielte ganz anders, klug zwischen den Linien. Wir konnten keinen Druck machen und waren bei den Gegentoren stets einen Schritt zu spät“, sagte der umjubelte Torschütze zum 2:2 gegenüber NPO1. Fast allerdings wäre dieses Tor nicht gefallen. Zwar habe Van Dijk immer wieder mit Stürmer Luuk de Jong versucht „für Unruhe zu sorgen und das gelang“, allerdings sorgte erst eine taktische Maßnahme von Bondscoach Ronald Koeman dafür, dass der Innenverteidiger kurz vor Schluss im deutschen Strafraum auftauchte. Koeman überreichte Innenverteidiger Matthjis de Ligt einen Zettel, den dieser seinem Kapitän Van Dijk weitergab. „Da stand drauf, dass wir nach vorne mussten“, verriet dieser das Erfolgsgeheimnis hinter seinem Treffer zum 2:2.

About Stefan Katzenbach

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