Bundesliga

Lienen über Martin Kind: „Wir wissen, dass er nicht der beste Kommunikator ist“

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Ewald Lienen coachte in den Jahren 2004 und 2005 Hannover 96. Heute ist der Kult-Trainer als Technischer Direktor für Zweitligist FC St. Pauli tätig. Den Konflikt um die 50+1-Regel und die Querelen in Hannover um Präsident Martin Kind verfolgt Lienen jedoch sehr genau.

So trat Lienen zuletzt bei der Fan-Vereinigung IG Pro Verein 1896 als Gastredner auf. Die Gruppierung setzt sich besonders in Hannover für den Erhalt der 50+1-Regel ein. „Ich denke, dass wir den Spitzenfußball schon viel zu sehr aus der Hand gegeben haben und das nicht noch weiter passieren darf, damit die Vereine auch weiterhin in der Lage sind, die sportpolitischen Ziele verfolgen wollen“, sagte Lienen gegenüber dem Portal 96freunde. Und der 64-Jährige hielt mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. Über den Streit in Hannover zwischen Präsident Martin Kind und einem Teil der Fans in Sachen 50+1-Regel sagte Lienen zunächst: „Ich finde es schade, dass sich die Situation so aufgeschaukelt hat. Das ist alles unnötig. Man kann sich über Dinge streiten und unterschiedlicher Meinung sein, aber man muss miteinander reden. Das ist in der notwendigen Form in den letzten Jahren nicht immer passiert.“

Lienen: „Inhaltlich teile ich aber den von Martin Kind eingeschlagenen Weg nicht“

Er kritisierte allerdings auch: „Martin Kind ist eine absolut honorige Person, die seit Jahrzehnten ein weltweit erfolgreiches Unternehmen leitet. Und ohne ihn wäre in den letzten Jahrzehnten die Entwicklung in Hannover nicht möglich gewesen. Aber wir wissen auch, dass er nicht der beste Kommunikator ist und nicht immer alles so nach draußen kommuniziert hat, wie es nötig gewesen wäre, um ausgleichend wirken zu können.“ Zwar habe es „unangemessene Reaktionen von Teilen der Fanszene gegeben, die zu einer zusätzlichen Konfrontation geführt haben“, so Lienen weiter, „inhaltlich teile ich aber den von Martin Kind eingeschlagenen Weg nicht und bin zutiefst davon überzeugt, dass wir die 50+1-Regel mit allen Mitteln erhalten und die Bedeutung und Mitbestimmungskraft der jeweiligen Vereine beibehalten müssen.“

About Daniel Michel

Daniel Michel, Jahrgang 1981, gründete im Dezember 2015 das Nachrichtenportal fussball.news. Zuvor war er als freier Journalist u.a. bei Sport1, Eurosport und der Perform Group tätig. Er ist zudem Co-Herausgeber einer Fußball-Buchreihe und Autor mehrerer Bücher und Kalender.

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