Bundesliga

Lazaro-Experiment gescheitert: Hertha braucht Pekarik zurück

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Auch bei der 1:3-Niederlage offenbarte Herthas Valentino Lazaro auf der Position des rechten Verteidigers massive defensive Schwächen. Der Österreicher wird den Anforderungen der neuen Position nicht gerecht und so sehnt man sich in Berlin nach Routinier Peter Pekarik.

„Positionstechnisch ist bei mir gar nichts festgelegt, ich werde viel hin- und hergeschoben“, sagte Valentino Lazaro gegenüber Spox zuletzt. Der Österreicher galt bereits vergangene Saison als variabel einsetzbarer Profi, hat in der laufenden Spielzeit aber noch mehr an Profil gewonnen. Unter Trainer Pal Dardai ist Lazaro mittlerweile zum Stamm-Rechtsverteidiger geworden, stand an allen fünf Spieltagen auf dieser Position in der Startelf. „Ich spiele dort, wo der Trainer mich sehen will“, fügte sich der 22-Jährige den taktischen Entscheidungen seines Coaches.

Der geeignete Weiser-Ersatz?

Die Überlegung von Dardai: es musste ein geeigneter Ersatz für den nach Leverkusen abgewanderten Mitchell Weiser gefunden werden. Vor der laufenden Saison wurde Lukas Klünter aus Köln verpflichtet. Der 22-Jährige konnte in der Vorbereitung aber nicht überzeugen und kam bisher nur eine einzige Minute zum Einsatz. Zuletzt spielte Klünter sogar für die Berliner U23. Mit Lazaro auf dieser Positionen habe Dardai hingegen einen Glücksgriff gelandet, lauteten einige Medienstimmen besonders nach dem 4:2-Sieg über Borussia Mönchengladbach. In dieser Partie drehte Lazaro richtig auf, war in seinen Dribblings und Vorstößen kaum zu bremsen und erzielte zudem einen Treffer. Der österreichische Nationalspieler erinnerte tatsächlich an Weiser in seinen besten Berliner Zeiten. Aus der tieferen Position schaffte es Lazaro, eine Art „spielmachenden“ Außenverteidiger zu mimen und so das Spiel seiner Mannschaft anzukurbeln.

Defensiv zu schwach

Durch seine ja bereits bekannten Offensivstärken konnte Lazaro aber vor allem ein kaschieren: seine Überforderung mit dem Abwehrverhalten. Es ist dem Berliner anzumerken, dass er nicht auf der Position des Rechtsverteidigers ausgebildet wurde. Das wurde besonders bei der 1:3-Niederlage in Bremen ersichtlich. Lazaro verlor fast alle seine Zweikämpfe und hatte recht große Probleme mit seinem Stellungsspiel. So verlor er in Minute 17 seinen Gegenspieler aus den Augen und konnte die Situation nur mit einem taktischen Foul bereinigen, das ihm die verdiente gelbe Karte einbrachte. Bremen griff sehr häufig über seine Seite an, weil sie in ihm einen Schwachpunkt sahen. Lazaro war sichtlich überfordert mit seinen Defensivaufgaben. Dazu kommt eine mangelhafte Passquote, die zu noch mehr Ballverlusten führte. Bereits in den vorangegangenen Begegnung waren defensive Mängel an Lazaros Spiel festzumachen, aber am 5. Spieltag war es gravierend.

Pekarik ist die Lösung

In dieser Form stellt Lazaro einen Unruheherd für seine eigene Mannschaft dar und ist für die Rolle des Rechtsverteidigers nicht geeignet – zumindest nicht in einer Viererkette. Dardai ließ die Dreierkette einstudieren, doch durch zahlreiche Ausfälle in der Innenverteidigung ist dieses System aktuell nicht spielbar für die Blau-Weißen. In dem bereits praktizierten 3-4-3-System kann Lazaro den sogenannten „Schienenspieler“ geben und die gesamte Außenbahn bearbeiten, geschützt von drei Innenverteidigern in seinem Rücken. In einer Viererkette fehlt diese Art der Absicherung aber und so wird das Comeback von Rechtsverteidiger-Routinier Peter Pekarik heiß erwartet. Der Slowake fiel bisher verletzt aus, gab jedoch am vergangenen Wochenende zumindest seine Pflichtspiel-Rückkehr für Herthas U23. Mit all seiner Erfahrung ist der 31-Jährige genau der richtige dafür, die defensiv so anfällige rechte Seite der „alten Dame“ zu stabilisieren.

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