Bundesliga

Lässt Dardai falsch trainieren?

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Seit einigen Wochen zeigt die Formkurve von Hertha BSC rapide nach unten. Die 1:4-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf stellt den bisherigen Tiefpunkt der Saison da und allmählich wird sich auch das Trainerteam nach akuten Gründen umsehen müssen. Ein Anhaltspunkt könnte eine falsche Trainingssteuerung sein.

Auch Karim Rekik wird Hertha BSC in den kommenden Wochen verletzungsbedingt fehlen. Der niederländische Innenverteidiger zog sich im Testspiel gegen Erzgebirge Aue (1:1) einen Muskelfaserriss zu und wird laut Angaben des Vereins für die nächsten Spiele nicht zur Verfügung stehen. Damit gesellt sich Rekik zu den zahlreichen anderen pausierenden Profis der „alten Dame“ – ein Symptom für ein allgemeines Problem bei den Berlinern?

Sehr große Verletzungsprobleme bei Hertha

Neben Rekik fehlen dem Hauptstadtklub aktuell drei weitere Abwehrspieler im Training. Für Niklas Stark (starke Mittelfußknochenprellung) und Lukas Klünter (Muskelbündelriss) ist die Hinrunde sogar gänzlich vorbei. Innenverteidiger Jordan Torunarigha (Muskelprellung) kann zumindest an der aktuellen Trainingswoche nicht teilnehmen. Rekik, Stark und Torunarigha sind allesamt Spieler, die nicht das erste Mal in der laufenden Spielzeit fehlen und auch wenn Pech stets ein Faktor ist, scheint es so, als würde Trainer Pal Dardai seine Spieler zu schnell wieder hohen Belastungen aussetzen. Nach dem Spiel gegen Schalke 04 (2:0) gab der Ungar sogar zu, Rekik, der bei seinem Comeback nach wenigen Minuten wieder verletzt ausgewechselt werden musste, zu hastig auf den Bundesligarasen geschickt zu haben. Dasselbe erlebte Hertha, als Torhüter Rune Jarstein am fünften Spieltag gegen Werder Bremen (1:3) nach 45 Minuten vom Feld musste, da er einen Pferdekuss nicht vollständig auskuriert hatte.

Besorgniserregende Laufdaten

Besonders erschreckend ist bislang die Laufleistung der Berliner. Mit bislang insgesamt 1247,2 Kilometer hat Hertha BSC die schlechteste Laufbilanz aller Bundesligisten. Im Schnitt läuft das ganze Team nur 113,38 Kilometer pro Spiel. Nur drei Spieler – Maier 11,82 km, Duda 11,30 km und Lazaro 10,66 km, kommen auf eine durchschnittliche Laufleistung von über 10km pro Spiel. Zum Vergleich: beim Tabellenführer Borussia Dortmund sind es neun Spieler,  die mehr als zehn Kilometer pro Spiel abreißen. Während die Blau-Weißen in den letzten Jahren viele Punkte auch über ihren Kampfeswillen sicherten, scheint es ihnen in der laufenden Saison kaum möglich, mit den anderen Bundesligisten mitzuhalten. Auch hier muss sich das Hertha-Trainerteam kritisch hinterfragen.

Wenige späte Tore

Dass es den Berliner an der zweiten und dritten Luft fehlt, zeigt auch die Anzahl von späten Treffern. Zusammen mit Mainz 05 belegt der Hauptstadtklub den letzten Platz, wenn es um die Tore im zweiten Durchgang geht. Während Mannschaften wie Werder Bremen und der FC Augsburg zehn und zwölf Tore nach dem Pausentee erzielen, sind es bei Hertha gerade einmal fünf. Pal Dardai spricht bei beinahe jedem Spiel davon, dass die „Tagesform“ seiner Mannschaft stimmen muss, um Punkte mitnehmen zu können. Zuletzt fehlte diese jedoch bei immer mehr Spielern, so benannte der Ungar gegen RB Leipzig sieben bis acht Profis, die nicht bei 100% waren. Dabei nimmt er sich stets selbst in die Pflicht und spricht davon, etwas im Training verändern zu müssen. Im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf (1:4) war davon jedoch nichts zu sehen. Es ist nun an der Zeit, dass Dardai und sein Trainerteam tiefgreifende Veränderungen im Training vornehmen, um die Hertha-Profis wieder auf einen guten Fitnessstand zu bringen – ansonsten droht weiterhin der tabellarische Absturz.

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