Bundesliga

Kovac-Nachfolge: Was für ten Hag oder Allegri spricht

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Der FC Bayern hat spät am Sonntag entgegen der Erwartung vieler Beobachter doch die Konsequenz aus dem blamablen 1:5 bei Eintracht Frankfurt und der jüngsten sportlichen Entwicklung gezogen und Niko Kovac freigestellt. Die unmittelbare Nachfolge des Kroaten übernimmt Hansi Flick. Als langfristige Lösungen bieten sich vor allem Erik ten Hag und Massimiliano Allegri an.

Die beiden Namen fallen aktuell am häufigsten, wenn es um die Nachfolge von Kovac geht. Kein Thema, da sind sich Medien ziemlich einig, sei hingegen eine Verpflichtung von Jose Mourinho. Bei anderen Kandidaten, etwa Mauricio Pochettino, mangelt es auch auf Sicht an Verfügbarkeit. Ralf Rangnick (kein Hoeneß-Mann) oder Arsene Wenger (Alter) wären derweil kaum vermittelbar. Es gibt aber auch gute Gründe, die für den Niederländer oder den Italiener als neuen Chefcoach sprechen.

Rückkehr von ten Hag?

Ten Hag hat in der Vergangenheit wiederholt mit einem Wechsel nach München kokettiert. Vor wenigen Wochen erst sagte er im kicker, bei einem Anruf des FC Bayern könne er „nicht ausschließen“. Dabei fühle er sich bei Ajax zwar wohl, wisse aber gleichzeitig, dass er nicht ewig in Amsterdam bleiben wolle. Passend dazu bekannte Sportdirektor Marc Overmars eine Woche später, dass der Klub ten Hag wohl kaum die Freigabe für einen absoluten Top-Klub verweigern würde. Der Clou: Der 49-Jährige wäre ein Rückkehrer zum Rekordmeister. Zwischen 2013 und 2015 trainierte er die 2. Mannschaft. Er hinterließ einen fachlich hervorragenden Eindruck, spricht zudem sehr gut deutsch. Es würden also auch die weichen Faktoren passen. Hinzu kommt, dass Ajax unter ten Hag begeisternden Fußball spielt und auch in Europa für Furore sorgt. Eine Rückkehr in die absolute Spitze der Champions League steht für die Bayern sicher ganz weit oben auf der Wunschliste. Der Bild-Zeitung zufolge beobachtet besonders Karl-Heinz Rummenigge den Weg von ten Hag genau. Einziger Wermutstropfen: Der Mann aus der Grenzregion zum Münsterland wäre allenfalls im Winter zu haben, womöglich erst im Sommer. Bis dahin müsste also Flick oder ein anderer Interimstrainer weitermachen.

Branchini-Verbindung bei Allegri

Der Vorstandsvorsitzende dürfte derweil auch ein Auge auf Allegri werfen. Immerhin geht Rummenigge als einstiger Italien-Legionär bei Inter Mailand durchaus als Experte für die Serie A durch. Er spricht auch fließend italienisch, was Verhandlungen mit dem im Sommer bei Juventus Turin ausgeschiedenen Trainer vereinfachen würde. Allegri steht für eine große Titelsammlung mit der Alten Dame, zog zudem 2015 und 2017 ins Champions-League-Finale ein. Sein Fußball mag weniger kreativ sein als der von ten Hag, dafür ist der 52-Jährige im Umgang mit Stars erprobt. Und das nicht nur bei Juve, denn zuvor wurde er schon mit der AC Mailand rund um Zlatan Ibrahimovic Meister. Laut der Sporttageszeitung Corriere dello Sport ist Allegri Top-Kandidat beim FC Bayern. Er wäre sofort verfügbar, anders als ten Hag. Und hat womöglich dank seiner Freundschaft zu Giovanni Branchini einen Fuß in der Tür. Der Spielerberater gilt als eine Art Chefunterhändler der Münchner. Medienberichten zufolge verhalf er dem Rekordmeister bereits zur spektakulären Verpflichtung von Pep Guardiola, daneben zu zahlreichen Transfers. Etwa dem Rekordeinkauf von Lucas Hernandez.

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