Bundesliga

Kostic und Rebic: Wie die Eintracht „Qualität aktiviert hat“

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Der Erfolg von Eintracht Frankfurt wird mit vielen Namen in Verbindung gebracht. Neben Topstar Ante Rebic und seinen Sturmkollegen Sebastien Haller und Luka Jovic fällt vor allem Filip Kostic auf. Sportvorstand Fredi Bobic sieht die Entwicklung dieser Spieler mit großer Freude.

Ein Verbleib von Ante Rebic bei Eintracht Frankfurt über den Sommer hinaus? Darauf hätten nach dem Auftritt im DFB-Pokal-Finale gegen den FC Bayern München (3:1) und bei der Weltmeisterschaft wohl nur die wenigsten gewettet. „Es waren schöne Zahlen, die wir für ihn hätten erzielen können“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic im Check24-Doppelpass. Nach fussball.news-Informationen war das Interesse des FC Sevilla sehr konkret, allerdings wollte der spanische Erstligist nicht die aufgerufene Summe von 33 Millionen Euro für den Vizeweltmeister bezahlen.

Eintracht ging für Rebic an Grenzen

So kam die Eintracht „an den Punkt, an dem wir ihn halten mussten.“ Die Frankfurter gingen finanziell an ihre Grenzen und schöpften alle Möglichkeiten aus, „die vorher gar nicht darstellbar waren.“ Die Folge: Eine Vertragsverlängerung bis 2022, die offenbar – so ließ der Sportvorstand etwas krytisch durchblicken – ohne Ausstiegsklausel versehen ist. Die Entwicklung von Rebic war vor zwei Jahren so nicht absehbar. Der Kroate galt als ein schwer erziehbares, eigentlich schon gescheitertes Talent. „Wir haben ihn geholt, als er auf dem Abstellgleis stand“, blickte Bobic zurück.

Rebic musste sich in Frankfurt erst behaupten

Doch der Weg zum Glück war ein langer. Die Frankfurter ließen das mit dem AC Florenz abgeschlossene Leihgeschäft im ersten Jahr auslaufen und zogen die 3,2-Millionen-Euro-Ausstiegsklausel nicht. Statt ihn aus den Augen zu verlieren, blieben sie dran, verhandelten neu und hatten Erfolg: Rebic kam erneut zur Leihe und wurde nach einer bestimmten Anzahl an Spielen für zwei Millionen Euro fest verpflichtet. Eine Win-Win-Situation für die Hessen, die für wenig Geld einen Spieler bekamen, der die Offensive deutlich verstärkte.

Qualitäten müssen aktiviert werden

„Er gehörte zu den Spielern, die in der zweiten oder dritten Reihe standen, aber Qualität haben. Diese müssen wir aktivieren“, sagte Bobic. Dies gelang dem Klub auch bei Filip Kostic, der in den vergangenen vier Jahren sowohl mit dem VfB Stuttgart als auch dem Hamburger SV abgestiegen war. Doch Bobic konnte sich noch an den Linksfuß, der inzwischen zu den unersetzlichen Stützen im Team gehört, erinnern: „Ich habe ihn nach Stuttgart geholt. Dort wurde er schon nach vier Bundesligaspielen zum Fehleinkauf abgestempelt.“

Bobic erinnerte sich an Stuttgarter Vergangenheit

Diese Bewertung veränderte sich aber zügig, am Ende verließ er den Klub nach acht Treffern und 14 Assists nach dem Abgang in die 2. Liga für 14 Millionen Euro in Richtung HSV. „Mir hat der Junge von Beginn an gefallen, auch wenn er in Hamburg nicht seine Leistungsfähigkeit abrufen konnte“, erklärte Bobic. Allerdings sei er überzeugt gewesen, dass Kostic seine Fähigkeiten in Frankfurt wieder zeigen würde: „Wir haben Trainer, die sich mit den Spielern gut auseinandersetzen und sich individuell mit den Spielern befassen.“

Kostic musste nicht lange überlegen

Inzwischen blüht Kostic – der auf Leihbasis für zwei Jahre kommt und danach fest verpflichtet werden kann – auf, nachdem er bei der Anfrage von Bobic nicht lange zögern musste: „Er sagte damals sofort, dass er kommt. Es war ein persönliches Ding zwischen uns.“ Die Warnungen überhörte der Europameister von 1996, der schon 2014 in Diensten des VfB „lange um ihn gekämpft“ habe. Kostic kam für sechs Millionen Euro vom FC Groningen zu den Schwaben und war nach anfänglichen Schwierigkeiten Leistungsträger. „Er hat so viele Qualitäten. Alles das, was gequatscht wurde, interessiert mich nicht“, wurde Bobic deutlich und verriet das Erfolgsgeheimnis: „Die Spieler brauchen Vertrauen!“

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