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Kommentar: „Unerklärliche Entscheidung!“ Deshalb ist Hütters Zorn korrekt

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Der ansonsten in Schiedsrichterentscheidungen sehr besonnen und ruhig agierende Adi Hütter war auch noch einen Tag später nach der 1:2-Niederlage von Eintracht Frankfurt bei Standard Lüttich kaum zu bremsen. Der Grund: Referee Matej Jug, der in der Schlüsselszene völlig überfordert und komplett falsch agierte.

Adi Hütter wollte seine Mannschaft nach dem Last-Minute-Gegentreffer durch Standard Lüttich nicht komplett aus der Pflicht nehmen und sagte zurecht mit Blick auf Eintracht Frankfurt: „Wir sind selbst dran Schuld, dass wir das Gegentor in letzter Sekunde bekommen haben.“ Doch diesmal überwog beim Coach auch einen Tag später noch der Ärger über die krasse Fehlentscheidung von Matej Jug. Und dies völlig zurecht!

Schlüsselszene nach 69 Minuten

Was war passiert? In der 69. Minute setzte sich Goncalo Paciencia stark durch und setzte Sebastian Rode ein, der kurz vor dem Strafraum hart und regelwidrig vom bereits mit der Gelbe Karten verwarnten Kostas Laifis zu Fall gebracht. Jug wollte zunächst gar nicht auf Freistoß entscheiden, wurde dann aber von seinem Assistenten korrigiert. Zunächst war der Unparteiische unentschlossen, ob Rode im Strafraum oder außerhalb gefoult wurde.

„Bin Fan des Videobeweises!“

Immerhin dieses Vergehen ahndete der Unparteiische korrekt. Doch dann ging es los: Wer hat das Foul begangen? Gojko Cimirot konnte Jug täuschen davon überzeugen, dass er der Übeltäter war und bekam Gelb. Der völlig überforderte Schiedsrichter lag damit in zweierlei Hinsicht völlig daneben: Er verwarnte zunächst den falschen Spieler. Doch unabhängig vom Akteure wäre die Rote Karte unausweichlich gewesen, schließlich handelte es sich hierbei um eine Notbremse. „Ich bin ein Fan des Videobeweises“, sagte Hütter und verdeutlichte: „Es wäre nie dazu gekommen, dass er einen Spieler auf dem Platz lässt nach zwei so schweren Fouls.“ Der Österreicher vermeidet ansonsten Kritik an den Unparteiischen, diesmal aber hielt er diese für vollständig angebracht: „Das war spielentscheidend dafür, dass wir den Punkt oder Sieg nicht mitgenommen haben.“

UEFA muss sich hinterfragen

Doch nicht nur der überforderte Jug und Eintracht Frankfurt gehen als Verlierer vom Feld, sondern auch die UEFA. Weshalb der Videobeweis erst ab der K.o.-Runde eingeführt wird, bleibt das große Geheimnis des Verbands. Statt einen dritten Wettbewerb einzuführen, hätte es zunächst einmal mehr Sinn gemacht, das „zweite Premiumprodukt“ hinter der Champions League auf Vordermann zu bringen und von Kern auf zu sanieren. Weniger Mannschaften, kleinere Gruppen, möglicherweise wie früher im UEFA-Cup von Beginn an K.o.-Spiele – und somit eine deutlich höhere sportliche Bedeutung!

So verkommt die Europa League weiter zur Farce

Die Europa League – so hart muss das Urteil ausfallen – verkommt in dieser Konstellation mehr und mehr zur Farce. Der Euro fließt vor allem in der Königsklasse, während die Teilnehmer in der aufgeblähten Europa League noch eine Runde mehr zu bestreiten haben und dabei nur einen Bruchteil des Geldes kassieren. Der fehlende Videobeweis ist der letzte Tropfen auf den heißen Stein!

„Klar, dass die Emotionen dann hochgehen“

„Dass die Emotionen dann hochgehen, ist doch klar. Die Entscheidung fiel in die Phase, wo es auch ins Psychologische geht. Es ist unerklärlich und scharf zu kritisieren“, wurde Hütter noch einmal deutlich. Ihn ärgerte zudem, dass Jug „so gute Sicht hatte“. Doch das alles half nicht, am Ende standen die „schwere“ Fehlentscheidung und der späte „Nackenschlag“ von Standard Lüttich. Und die Eintracht? Sie muss diese „Kröte schlucken“ und verspielt auch dadurch möglicherweise wichtige Millionen.

Europa-League-Vorrunde beweist, wie gut der Videobeweis tut

Was sich nicht nur in Frankfurt, sondern auch bei anderen Partien zeigt: Der Videobeweis hat den Fußball gerechter gemacht und den Schiedsrichtern geholfen. Ob Abseits, Wahrnehmungsfehler oder Foulspiele: mit Ausnahme der noch immer umstrittenen Handregelung gibt es auf allen Ebenen Verbesserungen und Klarheiten. Auch Jug hätte davon profitieren können – wenn es ein K.o.-Spiel in der Europa League gewesen wäre.

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