2. Bundesliga

Knüpft der HSV am Derbysieg an oder wird Darmstadt zum Stolperstein?

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Am vergangenen Spieltag konnte einer der stärksten Saisonleistungen des Hamburger SV bestaunt werden. Der 4:0-Sieg bei St. Pauli ist ein Ausrufezeichen im Aufstiegskampf gewesen, da er die Position des HSV unter den ersten drei weiter zementiert hat. Am Samstag (13 Uhr) ist der Bundesliga-Absteiger dazu angehalten, an diesen Erfolg anzuknüpfen, doch mit dem SV Darmstadt wartet ein alles andere als angenehmer Gegner. Die „Lilien“ wollen sich endgültig vom Abstiegskampf lossagen.

„Wir haben keine Zeit, den Derbysieg jetzt noch zu genießen. Das können wir am Ende der Saison. Wir haben noch neun Spiele vor uns, in denen wir alles reinschmeißen müssen“, stellte HSV-Verteidiger Rick von Drongelen nach dem beeindruckenden Sieg gegen die „Kiezkicker“ klar. „Es war ein Ziel von uns, das Derby zu gewinnen. Das war aber nur ein kleiner Teil in Bezug auf unser großes Ziel. Und so ist jetzt auch mit Darmstadt. Jeder Spieltag ist besonders“, richtet der junge Niederländer seinen Blick auf die kommende Partie.

Von Spiel zu Spiel denken

Auch Hamburgs Trainer Hannes Wolf denkt nur nach vorne: „Natürlich kann man aus so einem klaren Sieg etwas Positives herausziehen, aber man muss es gut machen. Wenn man denkt, man könnte jetzt einen Schritt weniger machen, dann schadet es dir. Du musst genauso hart arbeiten, die gleiche Aktivität und den gleichen Willen haben.“ Mit 50 Punkten nach 25 Spieltagen steht der HSV auf Platz zwei der 2. Bundesliga, drei Punkte entfernt vom Relegationsrang. Nach der Niederlage von Union Berlin beim 1. FC Heidenheim (1:2) am Freitagabend, kann der Vorsprung weiter ausgebaut werden. „Wenn du jetzt nur rechnest und jede Konstellation durchgehst, dann raubt es dir die Energie für die Faktoren, die du beeinflusst kannst. Das macht weniger Spaß und ist viel passiver“, möchte der 37-Jährige viel lieber von Spiel zu Spiel denken.

Wolf sieht Darmstadt als „große Aufgabe“

Somit liegt der Fokus zu 100 Prozent auf dem kommenden Gegner, Darmstadt 98. Auch wenn die Lilien das mit Abstand schwächste Auswärtsteam der Liga (sechs Punkte aus 12 Spielen) sind, will sie Trainer Wolf nicht unterschätzen. „In dieser Liga ist jedes Spiel gefühlt fifty-fifty. Es ist nicht die Realität, dass wir Darmstadt im Vorbeigehen schlagen“, so der Hamburger Übungsleiter, der von einem schweren Spiel ausgeht: „Es ist eine große Aufgabe. Darmstadt hat Kiel geschlagen und aus den letzten drei Spielen sechs Punkte geholt. Sie haben Tempo, sind konterstark und besitzen Qualität bei den Standardsituationen. Wir müssen zu 100 Prozent da sein.“ Das „Wir“ wird nicht Aaron Hunt beinhalten. Der Kapitän und Spielmacher der Hanseaten hat sich erneut eine Muskelverletzung zugezogen und wird wochenlang ausfallen. „Wenn es normal läuft, dann kriegen wir ihn bis zum Saisonendspurt zurück. Bis dahin müssen wir jetzt alles tun, um diesen Ausfall zu kompensieren und mit den Jungs Vollgas zu geben“, nimmt Trainer Wolf den Rest seiner Mannschaft in die Pflicht.

Darmstadt tritt an, um zu gewinnen

„Vollgas“ ist das richtige Stichwort, um auf den SV Darmstadt 98 zu blicken. Die Mannschaft hat sich nach der Niederlage gegen Arminia Bielefeld (0:1), bei der Trainer Dimitrios Grammozis sein Debüt gefeiert hat, gefangen und einen fulminanten 3:2-Sieg gegen Holstein Kiel eingefahren. Der Überraschungssieg hat die Hessen auf Platz zwölf befördert, acht Punkte trennen sie bereits vom Relegationsrang. Das 3:2 ist der zweite Heimsieg infolge gewesen, doch nun müssen die „Lilien“ in der ungeliebten Fremde antreten. „Wir fahren nicht nach Hamburg, um uns die Alster anzugucken. Wir wollen jedes Spiel so angehen, dass wir es gewinnen“, zeigte sich Trainer Grammozis von der miesen Auswärtsbilanz und dem Gegner unbeeindruckt.

An das Kiel-Spiel anknüpfen

Einmal mehr wollen die Darmstädter einen spielerisch überlegenen Gegner mit großem Kampf und Aufwand niederringen. „Wir wollen den Einsatzwillen, den wir schon gegen Kiel gezeigt haben, wieder auf den Platz bringen“, erklärte Grammozis, der vor den Stärken des HSV warnt: „Wir wollen ihre Qualität nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Im Derby gegen St. Pauli war zu sehen, was passiert, wenn sie ihr Spiel aufziehen können. Dann können sie jederzeit zuschlagen.“ Gegen Kiel war allerdings auch zu sehen, dass der 40-jährige Coach der Darmstädter ebenso auf ein gepflegtes Aufbauspiel und weniger lange Bälle setzt – ein ersichtlicher Unterschied zu seinem Vorgänger Dirk Schuster. Für die Partie am Samstag stehen hinter Marcel Heller und Victor Palsson noch Fragezeichen, definitiv fehlen wird der vom HSV ausgeliehene Christoph Moritz.

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