Bundesliga

Kein Wagner: Deshalb hat Löw Petersen nominiert

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Aus dem Fußballmuseum in Dortmund berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Bundestrainer Joachim Löw hat sich für die Nominierung des vorläufigen Kaders für die Weltmeisterschaft in Russland eine Überraschung vorbehalten. Der bislang noch ohne Länderspiel für die A-Nationalmannschaft Nils Petersen darf mit ins Trainingslager nach Südtirol reisen, Bayern-Angreifer Sandro Wagner bleibt dafür daheim. Löw hat für diese Entscheidung Gründe aufgezählt.

Mario Gomez oder Wagner? Es schien auf einen Zweikampf vor dem Turnier in Russland hinauszulaufen. In der Tat könnte es zu einem kommen – nur das der Kontrahent von Gomez nun Petersen heißt. Der Stürmer des SC Freiburg war bester deutscher Torschütze in der abgelaufenen Saison und maßgeblich am Klassenerhalt der Breisgauer beteiligt. „Er hat bei einem Team mit wenig Chancen 15 Tore erzielt“, hob Löw die besondere Qualität des 29-Jährigen hervor.

Ehre für Petersen

Petersen fiel in den vergangenen Jahren vor allem als bester Joker in der Bundesliga auf. Der Spieler selbst freute sich gegenüber Sport Bild: „Die Nominierung ist eine sehr große Ehre für mich. Ich habe damit nicht wirklich gerechnet und bin sehr dankbar. Die Chance dabei sein zu können, ist die Krönung der Saison.“ Für Löw ergibt sich eine angenehme Situation: Petersen wird keine vollmundigen Ankündigungen machen und sich, wenn er mitgenommen werden sollte, eingliedern.

Bester Torschütze bei Olympia 2016

Bislang durfte der Torjäger nur bei der Olympiade in Rio 2016 das Nationaltrikot tragen. Mit sechs Treffern war er in Brasilien der damals beste Schütze des Turniers. Allerdings blieb der Gewinn der Silbermedaille auch negativ mit ihm in Verbindung: Er war der letzte Schütze im Elfmeterschießen gegen den Gastgeber und vergab. Einen Karriereknick erlitt Petersen allerdings nicht. Löw glaubt sogar: „Nils hat noch nicht so viel internationale Erfahrung. Aber er wächst an der Aufgabe.“

„Kleinigkeiten“ gaben den Ausschlag für Petersen

Bei Wagner hat der Bundestrainer diese Garantie offenbar nicht mehr als gegeben angesehen. Der 30-Jährige war in seiner Kommunikation vor dem Tag X wohl zu offensiv unterwegs. Als „Wahnsinn“ bezeichnete es der Angreifer, wenn er nicht mitgenommen werden sollte. „Es sind Kleinigkeiten, die den Ausschlag für Nils gegeben haben“, sagte Löw. Wagner sei ein Spieler, der einen guten Charakter habe und vollen Einsatz zeige. Natürlich sei er daher „enttäuscht.“ Löw betonte: „Es war eine Entscheidung für Petersen und nicht gegen Wagner.“ Ein schwacher Trost für den Aussortierten nach einer starken Rückserie

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