Bundesliga

Kann sich die Eintracht in Dortmund ganz oben festsetzen?

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Es ist das Spitzenspiel des 26. Spieltags: Borussia Dortmund empfängt Eintracht Frankfurt. Der Dritte trifft auf den Vierten und der Gewinner der Partie wird sich mit dann 45 Zählern ganz oben festsetzen können. Haben die Hessen tatsächlich schon die Qualität, sich beim BVB in solch einer Topbegegnung behaupten zu können?

„Der Druck ist in Dortmund sehr viel größer als auf unserer Seite. Sie müssen gewinnen, wir können. Uns reißt keiner den Kopf ab, wenn wir dort nichts holen“, sagte Trainer Niko Kovac noch am Freitag bei der Pressekonferenz. Der Kroate hat die Favoritenrolle elegant in Richtung BVB geschoben und klar gemacht, dass er die Eintracht noch nicht auf Augenhöhe mit den Dortmundern sehe.

Viele Probleme beim BVB

Doch warum diese Bescheidenheit? Der Gegner aus dem Ruhrpott hat aktuell große Probleme – darüber kann auch die Vertragsverlängerung von Marco Reus nicht hinwegtäuschen. Die Partie gegen den österreichischen Vertreter aus Salzburg (1:2) im Europa-League-Achtelfinale sorgte für Entsetzen im Umfeld, zu unterlegen präsentierten sich das Team gegen den Kontrahenten. Schlüsselspieler wie Sokratis, Julian Weigl oder Lukas Piszczek befinden sich nicht in Topform, die gesamte Last in der Offensive muss der erst nach langer Verletzungspause zurückgekehrte Reus schultern. Trainer Peter Stöger ist es, obwohl er noch keine Bundesligapartie mit dem BVB verloren hat, nicht gelungen, eine klare Systematik und Linie aufzuzeigen.

Stöger gibt Probleme zu

„Ein 100-prozentiges Konstrukt haben wir nicht parat, das muss ich fairerweise zugeben“, sagte der Österreicher. Der Blick in Richtung Frankfurt könnte ihm da durchaus Bauchschmerzen bereiten. Kaum ein Team in der Bundesliga definiert sich so über die Werte Leidenschaft, Kompaktheit und Mannschaftsgeist. Kovac lässt keinen „Hurra-Fußball“ spielen, aber die Mannschaft hat in jeder Begegnung einen klaren Plan und wird nur selten überrascht. Neben der hohen taktischen Disziplin spielen auch die Faktoren Willenskraft und totale Fitness eine wichtige Rolle.

Homogene Eintracht

Das Eintracht-Team wirkt homogen und in sich gefestigt, während sich vor allem der BVB wie eine Ansammlung von Individualisten ohne klare Linie präsentiert. Die Chance für die Frankfurter? Kovac zeigt sich nach zuletzt zwei schwachen Auswärtsauftritten gegen den FC Augsburg (0:3) und VfB Stuttgart (0:1) vor der Reise in den Signal-Iduna-Park optimistisch: „Der BVB kann und möchte Fußball spielen. Das kam uns in der Vergangenheit immer entgegen.“ Wer kann besser mit dem Druck am Sonntagabend (18 Uhr) umgehen?

Stöger hat großen Respekt

Stöger warnte daher bereits: „Die Eintracht kommt viel über Engagement und Körperlichkeit und hat sich in eine richtig gute Phase hereingearbeitet.“ Er forderte daher eine Umkehr von den eigentlichen Werten der Borussia: „Unsere Stärke ist die spielerische Lösung, aber das wird nicht reichen. Wir müssen die Zweikämpfe annehmen.“ Es zeigt, welchen Respekt die Gegner inzwischen vor der Eintracht haben. Kovac kann mit Ausnahme von Omar Mascarell auf den gesamten Kader zurückgreifen, auch Schlüsselspieler Kevin-Prince Boateng ist wieder topfit.

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