Borussia Dortmund

Kahn: „Angst größer als der Mut“ beim BVB

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Einmal mehr hat Borussia Dortmund wichtige Punkte im Kampf um die deutsche Meisterschaft liegen lassen – am Freitagabend hat der BVB gegen die TSG Hoffenheim nach 1:0-Führung noch mit 1:2 verloren. Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn nennt vor allem mentale Gründe für die fehlende Konstanz der Schwarz-Gelben.

„Es war so einfach, das 2:0 zu machen, das 3:0 zu machen. Das ist unglaublich, das ist dumm“, zeigte sich BVB-Coach Lucien Favre nach der 1:2-Niederlage in Sinsheim sichtlich verärgert. Wie schon gegen RB Leipzig hat Dortmund Punkte nach einer Führung liegen gelassen und es somit verpasst, Druck auf die obersten Plätze zu machen. „Ich bin konsterniert, wie wir das Spiel verloren haben“, so Manager Michael Zorc.

Kahn: So tritt kein deutscher Meister auf

Auch TV-Experte und Ex-Nationalspieler Oliver Kahn hat sich nach der Partie zwischen Hoffenheim und Dortmund kritisch geäußert. „Wenn man deutscher Meister werden will, dann tritt man normalerweise anders auf“, erklärte der 50-Jährige, „Man hat das Gefühl, beim BVB ist die Angst größer als der Mut, auf das 2:0 zu gehen.“ Auch Trainer Favre erkennt Probleme im Spiel seiner Mannschaft, wenn sie in Führung liegt: „Wir spielen es falsch. (…) Wir wollen es immer fantastisch machen und verlieren Bälle, anstatt es einfach zu spielen und mehr Ballbesitz zu haben. Deswegen müssen wir immer zu zurücklaufen.“

Kahn: Nicht das Gefühl, die Spieler glauben an die Meisterschaft

Kahn, ab Januar 2020 im Vorstand des FC Bayern München tätig, hat nach der Hoffenheim-Pleite ebenfalls eklatante Probleme beim BVB ausgemacht: „Es ist nicht der BVB-Stil, den wir kennen. So die Kontrolle abzugeben, tief zu stehen. Die Konterchancen haben sie schlampig zu Ende gespielt, sie hatten die Möglichkeit, auf 2:0 zu stellen.“ Da die Borussia laut Kahn einen starken Kader hätten und stets zu attraktivem Fußball in der Lage wären, in solchen Spielen aber die Konstanz vermissen lassen, formuliert er folgende These: „Ich habe nicht das Gefühl, dass die Spieler zu 100 Prozent an die Meisterschaft glauben.“ Ein Kopfproblem also?

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