Bundesliga

Ist Sahin bereit für die Chefrolle im Werder-Mittelfeld?

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Als Werder Bremen zum Ende des Transferfensters im August Nuri Sahin von Borussia Dortmund verpflichtete, sorgte das für einiges Staunen. Auch wenn der Türke nicht mehr auf seinem Leistungszenit ist, einen Spieler mit seiner Vita können die Hanseaten nicht oft verpflichten. Nach der Verletzung von Philipp Bargfrede ist Werder nun auf den 30-Jährigen angewiesen.

Bargfrede wird den Bremern bis zur Rückrunde mit Problemen an der Achillessehne fehlen. Bis dato hatte das Eigengewächs in Sachen Spielzeit die Nase vor dem Neuzugang. Sahin hat 394 Einsatzminuten in der Bundesliga absolviert, Bargfrede 629. Trainer Florian Kohfeldt ist deswegen aber nicht Angst und Bange. „Er ist ein Spieler, der führen und den Rhythmus eines Spiels bestimmen kann“, äußerte sich der gebürtige Siegener laut des Internetportals Deichstube lobend über den ehemaligen türkischen Nationalspieler.

Sahin dominanter, Bargfrede defensiv stärker

Klar ist allerdings, dass sich das Spiel mit Sahin auf der Bargfrede-Position vor der Abwehr verändert. Der frühere Spieler von Real Madrid interpretiert die Rolle deutlich kreativer und dominanter im Ballbesitz. Das Statistikportal WhoScored.com verzeichnet auf 90 Minuten hochgerechnet 78,5 Pässe für Sahin, von denen er etwa 69 an den Mann bringt. Bei Bargfrede sind es nur knapp über 50 Pässe pro 90 Minuten Einsatzzeit, etwa 42 davon erreichen ihr Ziel. Die große Stärke des 29-Jährigen ist seine Fähigkeit, als Staubsauger vor der Viererkette zu arbeiten. Er fängt beispielsweise mit 2,9 Pässen pro 90 Minuten beinahe doppelt so viele Anspiele ab wie Sahin.

Hält er der Belastung stand?

Kohfeldt scheut den unmittelbaren Vergleich zwischen den beiden Mittelfeldmännern. „Nuri spielt sicherlich eine ähnliche Position wie Philipp, ist deshalb aber kein Ersatzmann. Ein Vergleich der beiden wird der Sache nicht gerecht.“ Dass Sahin immer noch die Qualität hat, einer Mannschaft wie Werder viel zu geben, steht außer Frage. Es geht eher darum, ob er in der Lage ist, der höheren Belastung standzuhalten. Bisher hat der Neuzugang nur zweimal über 90 Minuten gespielt, bei der 1:2-Niederlage beim VfB Stuttgart und im DFB-Pokal gegen den SC Weiche Flensburg (5:1). In der darauffolgenden Partie kam er jeweils überhaupt nicht zum Einsatz. Schon beim BVB war der gebürtige Lüdenscheider wegen zahlreicher körperlicher Probleme in den vergangenen Jahren beinahe ausschließlich eine Teilzeitkraft. Bei Werder setzen sie darauf, dass er immer noch zum Stammspieler taugt.

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