Bundesliga

Ist Bayern bei Werner ein Fehler unterlaufen? Matthäus und Hamann uneins

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Timo Werner hat beim 8:0-Sieg von RB Leipzig gegen den 1.FSV Mainz 05 Historisches geleistet. Sechs Torbeteiligungen sammelte der Nationalspieler mit einem Hattrick und drei Vorlagen. Es lässt eine alte Diskussion neu aufflammen: Hätte der FC Bayern zuschlagen sollen?

Monatelang gab es kaum Themen, die mit einer solchen Regelmäßigkeit die Schlagzeilen füllten, wie der potenzielle Wechsel des Stürmers aus Sachsen nach München. Dabei wäre ein Wechsel zum vergleichsweisen Schnäppchenpreis möglich gewesen, da der Vertrag von Werner seinerzeit am Ende der jetzt laufenden Saison ausgelaufen wäre. „Ich habe mich sehr gewundert, dass der FC Bayern bei Timo Werner im Sommer nicht zugeschlagen hat“, sagt Lothar Matthäus nun gegenüber Sport Bild.

Große Abhängigkeit von Lewandowski

Als einer der besten deutschen Angreifer in noch jungem Alter stellte der Transfer des Schwaben für den Rekordnationalspieler wohl etwas dar, dass heutzutage gerne als ‚No-Brainer‘ bezeichnet wird. „Er hat Qualität, ist
auf vielen Positionen einsetzbar und hat noch Luft nach oben“, so Matthäus. Angesichts der großen Abhängigkeit der Münchner von Starstürmer Robert Lewandowski hätte ihnen ein zweiter Top-Angreifer wohl gut getan. Der Pole hat 14 von 25 Saisontoren der Münchner markiert, stolze 56 Prozent. Auch von der generellen Kaderpolitik her hätte Matthäus den Transfer für seinen Ex-Klub gutgeheißen.

Abweichen von der Philosophie

„Ich empfinde es als Fehler, dass der FC Bayern von seiner Philosophie, deutsche Spieler zu holen, etwas abgerückt ist. Sie sind wichtig für das vielzitierte Bayern-Gen, das sie wie Neuer oder Kimmich in München entwickeln können.“ Für Dietmar Hamann, wie Matthäus TV-Experte bei Bezahlsender Sky, zieht das Argument eher nicht. Er sieht keinen Fehler der Münchner in der Werner-Angelegenheit. „Ich wüsste nicht, wo er in dieser Mannschaft spielen sollte. Als Back-up für Robert Lewandowski ist er zu schade, auf den Außen ist Bayern bestens besetzt.“

Hamann findet es „verständlich“

Er findet „verständlich“, dass der Rekordmeister anstelle eines weiteren deutschen Nationalspielers bei einem großen Namen wie Philippe Coutinho zugeschlagen habe. “ Auch wenn er bisher seine Qualität noch nicht so zeigen konnte“, wie Hamann anmerkt. Freilich stand Werner nie in Konkurrenz zum Brasilianer. Dessen Leihe vom FC Barcelona kam schließlich erst zustande, als der lange geplante Wechsel von Leroy Sane infolge einer Knieverletzung für den Sommer nicht mehr zu realisieren war.

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