Eintracht Frankfurt

Hütters Pressingidee in „Fleisch und Blut übergegangen“

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Olympique Marseille wurde im vorletzten Europa-League-Gruppenspiel von Eintacht Frankfurt beim 4:0 förmlich überrollt. Immer wieder nervten die Hessen ihre Gegenspieler und setzten dabei permanent auf Pressing. Einer der dabei vorbildlich voranging war Danny da Costa.

47.000 Zuschauer in der ausverkauften Arena waren – mit Ausnahme der rund 500 Anhänger von Olympique Marseille – schon frühzeitig in Feierstimmung. Die eigene Elf führte 4:0 und auf der Anzeigetafel erschien kurz vor Schluss das Ergebnis aus Zypern: Lazio Rom unterlag bei Apollon Limassol. Ein Spieler, der sich trotz des zu diesem Zeitpunkt gesicherten Gruppensieges nicht zurücklehnen wollte, war Danny da Costa.

Antreiber da Costa

Der Dauerbrenner auf der rechten Verteidigerseite, der 60 Prozent seiner Zweikämpfe gewann, die Linie wie gewohnt rauf und runter rannte und das Eigentor zum 3:0 mit scharfer Flanke vorbereitete, trieb das Team bei einem Einwurf von Marseille tief in deren eigenen Hälfte an, mit nach vorne zu kommen, die Räume noch einmal eng zu machen und den Ball zu gewinnen. Pressen lautet das magische Wort, welches die Spieler der Eintracht inzwischen aufgesaugt haben.

Probleme in der Vorbereitung

Rückblick: Hütter gestikuliert wild, er unterbricht beinahe sekündlich und versucht immer wieder, seine Vorstellung zu vermitteln. Im Hintergrund liegt das Alpenpanorama bei herrlichen Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad im italienischen Gais, die Vorbereitung auf die neue Spielzeit nähert sich dem Ende – und die Frankfurter Eintracht befindet sich für jeden Beobachter deutlich sichtbar in der Findungsphase. Die ersten Pressingversuche laufen nicht nur in den Übungseinheiten, sondern auch in den Testspielen gegen die Serie-A-Teams FC Empoli und SPAL Ferrrara (jeweils 1:2) mächtig schief. Skeptiker sehen sich zu einem frühen Zeitpunkt bestätigt, die Niederlagen im Supercup gegen den FC Bayern München (0:5) und im DFB-Pokal bei Regionalligist SSV Ulm (1:2) tun ihr übriges.

Hütter erfreut über Fortschritte

Rund vier Monate später erkannte da Costa auf Nachfrage von fussball.news: „Wir können kaum noch anders, als zu pressen! Das liegt uns, daran haben wir uns gewöhnt.“ Der Außenverteidiger ging noch einen Schritt weiter: „Wir haben Gefallen daran gefunden.“ Hütter hörte diese Worte gerne: „Es macht mir Freude, wenn solche Aussagen kommen und das sie versuchen, das Pressing zu verinnerlichen.“

„Pressing tut ihnen gut!“

Auch wenn es nicht immer klappe, „macht es meine Mannschaft in vielen Phasen gut.“ Alleine der Ansatz sei für den Coach schon wichtig: „Es tut ihnen gut! Sie spüren das auch.“ Marseille schien wenig vorbereitet darauf und wurde dadurch von einer Verlegenheit in die nächste gestürzt. Vier Treffer am Ende drückten nicht annähernd die Dominanz der Frankfurter am Donnerstagabend aus.

44 Tore in insgesamt 17 Bundesliga- und Europa-League-Spielen

Insgesamt kommt die Eintracht in der Europa League auf 15 Treffer, also drei im Schnitt. Zieht man die 29 Tore aus der Bundesliga hinzu, durfte die Hessen bereits 44mal jubeln – nach zwölf Spieltag in der Liga und deren fünf in der Europa League. Dies setzte sich, so Hütter weiter, „aus der Qualität der Spieler und der Spielanlage, die wir praktizieren“ zusammen.

Hütter setzt kein Stoppschild

Da Costa stellte daher fest: „Wenn wir die Möglichkeit dazu haben, dann pressen wir auch. Da zieht jeder mit, es ist bei uns in Fleisch und Blut übergegangen.“ Gepaart wird diese Lust nach Pressing auch mit der unendlichen Gier nach Toren: „Beim 2:0 sagt uns der Trainer, dass wir auf das dritte Tor gehen sollen. Und wenn wir dann das dritte Tor geschossen haben, sollen wir auf das vierte gehen.“ Es ist – so Hütter – seine „Idee, die in die Köpfe der Spieler gehen muss.“ Mit Blick auf Entwicklung und Punktzahl (31 von 33 möglichen Zählern in den vergangenen elf Partien) ist viel von des Trainers Plänen angekommen bei den Spielern.

 

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