Bundesliga

Hütter will gegen Hertha die „Komfortzone“ vermeiden

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Stefan Katzenbach

Die Euphorie rund um die Frankfurter Eintracht hat durch die 1:2 Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg einen minimalen Dämpfer erhalten. Dennoch sieht Trainer Adi Hütter keinen Grund zur Unruhe, viel mehr lobt er die Einstellung der Mannschaft und begrüßt die hohen Ziele, die die Spieler an sich selbst formulieren. Diese sieht er als Grundlage für den Erfolg.

Am vergangenen Wochenende mussten alle, die es mit Eintracht Frankfurt halten eine ungewohnte Erfahrung machen. Nach zuvor sieben Ligaspielen ohne Niederlage gab es wieder einmal eine Partie nach der keine Punkte zu Buche standen. Für Trainer Adi Hütter ist das vergangene Wochenende allerdings kein Thema mehr: „Ich hatte einen guten Eindruck von der Mannschaft. Wir haben es gut analysiert“, sagte er auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Hertha BSC (Samstag 18.30) bezüglich der Niederlage gegen Wolfsburg. Ohnehin wäre es dem Österreicher „zu schnell gegangen, wenn die Mannschaft nach einer Niederlage verunsichert“ gewesen wäre. Vielmehr scheint genau das Gegenteil der Fall zu sein, das 1:2 habe sein Team „gestört“, verriet Hütter, deswegen brauche es auch „keine Kniffe“, um die Spieler „wieder in die Spur“ zu bringen, dafür sei die Motivation in Berlin etwas zu holen zu hoch.

Offensive mit taktischer Disziplin

Optimistisch, dass dies gelingt ist der 49-Jährige auch deswegen, weil gegen Wolfsburg nicht alles schlecht gewesen sei. „Wir haben am Samstag kein Tor gemacht“, nannte er einen der Gründe für die Niederlage. Der „Spielverlauf“ habe Wolfsburg dann „in die Karten gespielt“, auch weil die Eintracht „elementare Sachen was taktische Disziplin betrifft“, habe vermissen lassen. Dies soll sich am Samstag ändern, mit mehr Kompaktheit und weniger Abständen in allen Mannschaftsteilen. Ungeachtet der geplanten offensiven Spielweise will Hütter der Hertha nicht mit geballter Angriffslust begegnen: „Wir können nicht ins offene Messer laufen, weil sie ihre Stärke auch im Umschalten haben. Wir müssen die Tiefe im Griff haben“, warnte er vor den Berliner Kontern. Prädestiniert um diese zu unterbinden wäre Carlos Salcedo, der Mexikaner trainiert schon seit längerem wieder mit der Mannschaft und brennt auf einen Einsatz. Ob ihm dies einen Platz in der Innenverteidigung beschert, ließ Hütter offen, ließ sich lediglich entlocken, dass der 24-Jährige „eine Option“ für Samstag sei. Dies gilt auch für Mijat Gacinovic, der hinter den Spitzen agieren und so einen aus dem Trio Jovic, Haller, Rebic ersetzen könnte.

Körperlich und mental in guter Verfassung

Unabhängig von der taktischen Ausrichtung ist die Zielrichtung für die Eintracht klar, nämlich „alles herausholen, was wir herausholen können, um in den restlichen fünf Spielen eine Topleistung zu bringen“. Die Voraussetzungen dafür stehen gut, schließlich sei die Mannschaft „körperlich und mental gut drauf“, widersprach Hütter Zweifeln, dass die Doppelbelastung zu Leistungsverlusten bei der Eintracht führen könnte. Selbstverständlich sei aber die Fortsetzung der Erfolgsserie bei weitem auch nicht: „Ein Selbstläufer ist gar nichts, wir haben hart daran gearbeitet, dass wir attraktiven Fußball spielen.“

Mit hohen Zielen weiter weg von der Komfortzone

Der Stil der Eintracht begeistert momentan nicht nur die Fans, sondern auch die eigenen Spieler und schürt Hoffnungen auf noch größere Erfolge. So äußerte Linksverteidiger Filip Kostic unlängst, es sei sein Traum in der Königsklasse zu spielen. Für Adi Hütter sind solche Äußerungen kein Problem: „Ich finde es schön, wenn die Jungs hohe Ziele haben.“ Diese sind für den Österreicher schließlich die Grundlage für den Erfolg: „Wer keine hohen Ziele hat, wird immer in der Komfortzone bleiben.“ Deswegen ist es ihm auch wichtig, sich als Trainer zu präsentieren, „der sich nach oben orientiert und dementsprechend auftritt“. Zwar könnte auch seine Mannschaft „nicht jedes Spiel gewinnen“, allerdings habe der Erfolg deutliche Spuren hinterlassen. „Ich spüre, dass wir wahrgenommen und respektiert werden“, erklärte der Trainer. „Die Rolle, die wir momentan einnehmen, die gefällt uns, tut uns gut.“

Ein erster Schritt in den „Wahnsinn“?

Wohin diese noch führt, das ist für Hütter zunächst nebensächlich. Wichtig sei vielmehr „die Entwicklung der Mannschaft und dann schauen wir mal, wo wir am Ende stehen.“ Sollte die Partie in Berlin allerdings den Start einer weiteren Siegesserie einläuten, die die Eintracht dann tatsächlich in die Königsklasse bringen würde, würde sich Hütter dem auch nicht verschließen: „Unter die ersten vier zu kommen wäre der absolute Wahnsinn.“ Ein Sieg in Berlin wäre die erste  kleine Vorstufe zum Wahnsinn und würde den Abstand zur Komfortzone weiter vergrößern.

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