Bundesliga

Hütter überrascht mit Stendera-Einwechslung

on

Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Die Frankfurter Eintracht hat in der Europa League gegen Lazio Rom (4:1) einen magischen Abend in der Commerzbank Arena erlebt. Trainer Adi Hütter nutzte die Möglichkeit der beruhigenden Führung und Überzahl, um einen in Vergessenheit geratenen Spieler einzuwechseln: Marc Stendera.

Der Jubel auf der Tribüne wurde sekündlich lauter, als sich Stendera in Richtung Auswechselbank bewegte und kurz vor dem Ende der Partie zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz nach 264 Tagen kam. Unter Ex-Trainer Niko Kovac wurde das Eigengewächs der Eintracht letztmals eingewechselt, am 18. Spieltag der Vorsaison trennten sich die Frankfurter und der SC Freiburg 1:1. Der noch immer erst 22 Jahre alte Mittelfeldspieler lief seitdem komplett unter dem Radar, Sportdirektor Bruno Hübner sagte zuletzt: „Er hat es schwer. Wenn du lange nicht gespielt hast, dann fährt der Zug irgendwann ab.“

Stendera leitet Treffer ein

Stendera zog sich in den vergangenen Wochen immer weiter zurück, er äußerte sich nicht zu seiner Situation und kapselte sich auch im engsten Kreis etwas ab. Hütter behielt den gebürtigen Kasseler dennoch im Blick, er verlor ihn nicht aus den Augen und belohnte ihm mit dem ersten Kaderplatz und fünf Spielminuten in der Endphase. Und Stendera nutzte dieses kleine Zeitfenster, um ein Lebenszeichen auszusenden: Mit einem schönen Pass auf Taleb Tawatha leitete er den krönenden Treffer von Danny da Costa zum 4:1 ein.

Hütter lässt tief blicken

Für Hütter war diese nach außen hin überraschend wirkende Maßnahme eine Selbstverständlichkeit. Der Österreicher betonte erneut mit Blick auf die im Sommer isolierte Trainingsgruppe: „Ich war nicht derjenige, der gesagt hat, dass ich mit den Spielern nicht mehr arbeiten möchte.“ Es lässt tief blicken, dass der Trainer in dieser Causa möglicherweise nicht der entscheidende Faktor war.

Lob für Stendera

Hütter betonte stattdessen: „Sobald jemand den Adler auf der Brust trägt behandle ich ihn auch dementsprechend.“ Er führte die Beispiele Simon Falette – der gegen Lazio die kompletten 90 Minuten absolvierte – und Marco Fabian, den er gegen Borussia Dortmund (1:3) brachte, auf: „Wenn die Spieler da sind, dann beschäftige ich mich auch mit ihnen.“ Für Stendera gab es daher auch ein Lob: „Vielleicht war die Einwechslung sehr überraschend, aber er hat es sehr ordentlich gemacht.“

About Christopher Michel

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.