Bundesliga

Hütter erhöht den Druck und nimmt die Mannschaft in die Pflicht

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Die Frankfurter Eintracht empfängt am Sonntag Hannover 96 (15.30 Uhr) zu einer richtungsweisenden Partie. Beide Mannschaften befinden sich zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison bereits in der Kellerregion, nur drei Punkte helfen wirklich weiter. Trainer Adi Hütter wird deshalb deutlich.

„Das ist ein sehr wichtiges Spiel für uns. Wir stehen unter Druck“, suchte Hütter keine Ausreden. Die Mannschaft habe sich in diese Situation reingebracht und müsse jetzt zeigen, „dass sie damit umgehen kann.“ Er nahm sein Team in die Pflicht: „Wir müssen drei Punkte einfahren!“ Der Pokalsieger hat alles in allem einen schwachen Start in die neue Spielzeit hingelegt: In acht Pflichtspielen gab es zwei Siege, in der Liga erst vier Zähler und 17 Gegentreffer bei neun eigenen.

Eintrachts Mängelliste

Hütter benannte die Mängelliste klar und deutlich: „Wir sind nicht in der Lage, uns aus dem Druck zu befreien, weil wir zu leichte Fehler bei Ballbesitz machen. Bei Standardsituationen verteidigen wir nicht konsequent genug und vorne können wir aus den Möglichkeiten, die wir hatten, Tore machen.“ Helfen könnte die Rückkehr in die Startelf von zwei Leistungsträgern: Lucas Torro konnte das Training ohne Ball schmerzfrei absolvieren und Ante Rebic zeigte bereits gegen RB Leipzig (1:1) und Borussia Mönchengladbach (1:3) seine Qualitäten.

Rebic als Trumpf?

„In den Planungen spielt Rebic eine heiße Rolle“, bestätigte Hütter. Der Österreicher fühlt, dass Ante wieder in eine Verfassung kommt, in der er uns helfen kann. Die Möglichkeit ist groß, dass er in der Startelf steht.“ Der 25-Jährige war nach seinen Einwechslungen sofort auf Betriebstemperatur, gegen Gladbach erzielte er ein typisches Rebic-Tor: Bei einem langen Ball setzte er die Verteidigung unter Druck und nutzte ein Missverständnis in der Kommunikation zwischen Torhüter Yann Sommer und Louis Beyer zum Anschlusstreffer.

Noch fehlt die Linie

Allerdings kann Rebic alleine die Eintracht nicht retten. Noch fehlt die Balance im Spiel der Frankfurter, eine klare Linie ist nicht zu erkennen. Pressingsituationen verpuffen zu häufig, individuell ordentliche Defensivleistungen werden durch einzelne Unkonzentriertheiten und leichte Fehler konterkariert. Bislang lebt das Team fast ausschließlich vom Kampfgeist, der Willensstärke und punktuellen Glanzmomenten, die zu Toren geführt haben.

Fünferkette am stabilsten

Die Zeit der Experimente sollte jetzt beendet werden, das Team zeigte die stabilste Leistung in einer Fünferkette gegen Leipzig. Da ließen die Frankfurter kaum Chancen zu, verteidigten kompakt und kamen mit gutem Umschaltspiel nach vorne. Es steckt noch viel Niko Kovac in dem Team, das Stück für Stück einen anderen Fußball spielen soll. Aber mit Makoto Hasebe als letztem Mann und hochstehenden Außenverteidigern, die von der etwas tief stehenderen Dreierkette unterstützt werden, strahlte die Mannschaft mehr Sicherheit und zugleich auch Torgefahr aus.

Hannover mit Fehlstart

Diese Stabilität wäre ein Schlüssel zum Erfolg gegen die mit zwei Zählern ebenfalls nicht vor Selbstvertrauen strotzenden Hannoveraner. Mit Ausnahme von Niclas Füllkrug geht den Niedersachsen die Torgefahr ab, in der hintersten Reihe wackeln auch Leistungsträger wie Waldemar Anton. „Sie spielen einen Powerfußball aus der Defensive heraus“, analysierte Hütter. Im Mittelpunkt stehe aber die eigene Mannschaft: „Wir müssen Vollgas geben und uns 90 Minuten zerreißen!“

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