Bundesliga

Hütter: „Entwicklungsprozess, der noch nicht abgeschlossen ist“

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Der VfL Wolfsburg konnte am Sonntagabend eine Überraschungserfolg landen und bei der zuvor elf Spielen in Folge ungeschlagenen Frankfurter Eintracht drei Punkte einfahren. Trainer Adi Hütter war enttäuscht, richtete sein Team aber sofort auf.

Wenn Adi Hütter in Gesprächsrunden eine Frage gestellt bekommt, die etwas tiefer greift und ihn kurz zum grübeln bringt, dann führt er seine Hände zusammen und blickt nachdenklich gen Himmel. Der Österreicher, in der Anfangszeit in den Analysen häufig noch sehr vage, inzwischen deutlich konkreter geworden, setzt dann vorsichtig an und wählt die Worte mit bedacht. So erging es dem Trainer am Sonntagabend im Bauch der Commerzbank-Arena, als er daran erinnert wurde, dass eine Mannschaft gegen Eintracht Frankfurt eine sehr gute Leistung bringen müsse um sein Team zu schlagen. Konnte die des VfL Wolfsburg als solche bezeichnet werden? „Wir haben nicht gut Fußball gespielt“, suchte Hütter den Grund vor allem bei seiner Mannschaft, erkannte dennoch an: „Wolfsburg hat trotzdem gut gespielt.“

Der kleine, aber feine Unterschied

Einen Unterschied zwischen den beiden Teams, so präzisierte er auf Nachfrage von fussball.news, habe er nicht gesehen: „Außer den, dass sie ein Tor mehr gemacht haben als meine Mannschaft.“ Hütter hob die ersten 20 bis 25 Minuten hervor, in denen die Frankfurter vor allem über Dampfmacher Filip Kostic beinahe im Minutentakt gefährlich vor das Tor kamen. Einmal klatschte der Schuss von Jonathan de Guzman an den Pfosten, bei einer anderen Szene fehlte die nötige Konsequenz im Strafraum.

Neue Situation für die Eintracht

Der Gast aus Wolfsburg konnte sich dadurch freischwimmen und landete zunächst mit einem Lattenschuss von Wout Weghorst den ersten Wirkungstreffer. Das Führungstor nach 31 Minuten kam zu diesem Zeitpunkt nicht mehr überraschend. Die Hessen konnten sich davon zumindest im ersten Durchgang nicht mehr erholen. Eine, wie Hütter zugab, „neue Situation für uns. Wir sind erstmals nach zwei Monaten wieder mit einem Rückstand in die Kabine gegangen.“ Der letzte Gegner, gegen den dieses Szenario eingetraf, war Borussia Dortmund am dritten Spieltag (1:3).

Gacinovic unglücklich nach Einwechslung

Der Unterschied: Die Eintracht konnte zwischenzeitlich ausgleichen, was diesmal jedoch nicht gelang. Auch der Versuch, mit Mijat Gacinovic und Jetro Willems mehr spielerische Linie reinzubringen, scheiterte am Ende. Es war ausgerechnet Gacinovic, der mit seinem Fehler den vorentscheidenden Gegentreffer zum 0:2 einleitete. Ferner gelang es dem Serben nicht, seine Topchance zu verwerten und der Begegnung somit frühzeitiger einen neuen Impuls zu verleihen.

Hütter: „Entwicklungsprozess, der noch nicht abgeschlossen ist“

Hütter ärgerte sich vor allem am Ende über die große Chance, auf den zweiten Rang zu springen. Borussia Mönchengladbach hatte zuvor gegen RB Leipzig verloren (0:2), zudem hätte die sechstplatzierte TSG Hoffenheim (1:1 gegen den FC Schalke 04) auf fünf Punkte distanziert werden können. So aber mussten die Frankfurter erstmals nach elf Partien ohne Niederlage (31 von 33 Punkten) wieder mit dem Gefühl einer Niederlage umzugehen lernen. „Es ist ein Entwicklungsprozess, der noch nicht abgeschlossen ist“, fasste Hütter zusammen. Er habe dennoch „große Freude“ verspürt, seiner Mannschaft zuzusehen. Allerdings fehlten gegen die Niedersachsen in zu vielen Situationen die nötigen Zentimeter für einen Erfolg vor eigenem Publikum.

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