Bundesliga

Hübner: Rebic wollte zum FC Bayern

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Ante Rebic hat sich im vergangenen halben Jahr endgültig zum Superstar der Frankfurter Eintracht entwickelt. Der Kroate fühlt sich wohl bei den Hessen und wäre wohl nur gewechselt, wenn Ex-Trainer Niko Kovac angeklopft und ihn zum FC Bayern München geholt hätte.

„Es war im Sommer sicher ein Traum von Ante, mit seinem Ziehvater Niko Kovac zu Bayern zu gehen“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner gegenüber Bild. „Er weiß, dass die Bundesliga ihm liegt“, betonte der 57-Jährige. Beim AC Florenz hatte sich Rebic in den Jahren zuvor nicht durchsetzen können und aus Spanien kam nicht das erwartete Angebot. Der FC Sevilla klopfte zwar an und gab ein Angebot ab, am Ende konnte die von der Eintracht als Minimum festgelegt 30-Millionen-Grenze aber nicht überschritten werden.

Rebic zeigt Topleistungen

Es war laut Hübner aber nicht nur die fehlende Offerte eines Topklubs, die der Grund für den Verbleib samt Vertragsverlängerung war: „Er hat auch gemerkt, was er Eintracht zu verdanken hat und sich dann für Frankfurt entschieden. Das hat uns natürlich gefreut.“ Und der Vize-Weltmeister liefert seit seiner Rückkehr auf den Platz regelmäßig Kostproben seiner Qualität ab. In vier Bundesligapartien glückten ihm bereits drei Treffer und auch die Ampelkarte gegen die TSG Hoffenheim (1:2) wurde ihm, der den Führungstreffer in Sinsheim traumhaft schön erzielte, im Umfeld verziehen – auch wenn es vom Verein eine Geldstrafe gab.

Beierlorzer ging ihn einst hart an

Ob sich Rebic ohne die zweijährige Zusammenarbeit mit Kovac so entwickelt hätte, ist dennoch fraglich. Der Vorgänger von Trainer Adi Hütter setzte bereits in seiner Zeit als kroatischer Nationalcoach auf den bulligen Stürmer und nahm ihn mit zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Der damals noch 20-Jährige ging im Anschluss daran zu RB Leipzig in die 2. Liga, wo er jedoch keinen Draht zu Achim Beierlorzer fand. Der kritisierte ihn einst nach einem Kurzeinsatz beim 1. FC Heidenheim in der Öffentlichkeit: „Ante hat im Training die Netze zerschossen – und dann kommt 20 Minuten mal wieder: nichts! Er ist ein Trainings-Weltmeister. Mehr nicht!“

Anfängliche Skepsis in Frankfurt

Die Skepsis im Umfeld war daher groß, als ihn die Frankfurter 2016 erstmals aus Florenz ausgeliehen hatten. Doch Rebic überzeugte schnell mit seiner Wucht und Dynamik. Dennoch gab es häufiger Rückschläge, Kovac trieb seinen Schütling häufig auch lautstark vor Medienvertretern an. Inzwischen ist diese Sonderbehandlung offenbar nicht mehr nötig, der auch bei der WM in Russland im vergangenen Sommer auffällige Rebic ruft konstant starke Leistungen ab.

Hübner lobt Kovac für die Rebic-Förderung

„Ante galt immer als Riesentalent, das seine Leistung nie richtig abgerufen hat. Unter Niko Kovac hat sich das geändert“, stellte Hübner fest. Er lobte Kovac für dessen Arbeit: „Schon am Ende der vergangenen Saison hat er gezeigt, dass er viel von Niko gelernt hat. Er war sein großer Förderer. Wie Ante mittlerweile nach hinten arbeitet, welche Spielfreude er nach vorne hat – das hat er von Niko.“ Kovac hätte ihn wohl sehr gerne zu sich geholt – doch die Münchener Verantwortlichen empfanden ihn zu diesem Zeitpunkt als noch zu leicht für den Abonnementmeister und gingen einer Verpflichtung nicht weiter nach. Ob diese Entscheidung intern aktuell bereut wird?

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