Bundesliga

HSV zerfleischt sich selbst

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Ist der Zerfall des Hamburger SV noch aufzuhalten? Die 0:6-Niederlage beim FC Bayern München hat alle Illusionen auf eine schnelle Verbesserung des Zustandes geraubt. Die Spieler gehen aufeinander los und kritisieren sich gegenseitig, Sky-Experte Lothar Matthäus sieht für Trainer Bernd Hollerbach keine Zukunft mehr.

Null Punkte und 3:51 Tore – so lautet die desaströse Bilanz der vergangenen neun Auftritt der Hanseaten bei den Bayern. Der designierte Meister hatte gegen die Hamburger gar keine Probleme, nach 18 Minuten stand es bereits 3:0 und hätte das Starensemble danach nicht drei Gänge zurückgeschaltet, wäre die Niederlage wohl noch schlimmer ausgefallen. Stürmer Sven Schipplock kritisierte den Auftritt im NDR: „Viel schlimmer als gegnerische Fan-Gesänge ist die Einstellung bei einigen von uns – keine Ahnung, wie so etwas möglich ist. Die sollte man mal fragen …“

Papadopolous schießt gegen die entlassenen Verantwortlichen

Tatsächlich wirkte der eine oder andere Akteur geistig nicht anwesend, es fehlten Lauf-, Kampfbereitschaft und Mentalität. In der Allianz-Arena sind schon viele Mannschaften untergegangen, doch die Auftritte des HSV sind seit Jahren noch eine Stufe schlechter. Innenverteidiger Kyriakos Papadopolous kritisierte die unter der Woche entlassenen Heribert Bruchhagen und Jens Todt: „Jede Mannschaft hat einen Stürmer bekommen, wir nicht. Das ist nicht der alleinige Grund, warum wir so oft nicht gewonnen haben, aber es ist auch ein Faktor.“

Matthäus denkt an Trainerwechsel

Hat Hollerbach so noch eine Zukunft? Der in sieben Partien noch sieglose Trainer wirkte angeschlagen und nahm sein Team für den blutleeren Auftritt in Schutz: „Die Spieler sind auch nur Menschen. Es geht nicht spurlos an ihnen vorbei, wenn zwei Tage vor dem Spiel solche Entscheidungen getroffen werden.“ Die taktische Marschrichtung mit einer Fünferkette ging völlig schief, die Offensive hing in der Luft, es wurden keine Lücken geschlossen, die Kompaktheit fehlte komplett. „Das ‚wie‘ macht mich nachdenklich“, bemängelte Matthäus und gab einen Ausblick: „Es ist eine logische Konsequenz, dass Hollerbach nicht nur wackelt, sondern man darüber nachdenkt, ob es nicht einen neuen Impuls geben sollte.“ Der Weltmeister könnte sich vorstellen, dass die Hanseaten die Reißleine ziehen und einen Mann aus den eigenen Reihen für den Endspurt installieren. Denn bei sieben Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz 16 und Nichts-Abstiegs-Rang 15 ist bei 24 zu vergebenen Punkten in den letzten acht Spielen noch einiges möglich – auch wenn die letzten Auftritte wenig Anlass zur Hoffnung gaben.

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0 Comments

  1. Thorsten

    11.03.2018 at 17:30

    holtby rein, salihovic rein, ito rein.
    wird schon

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