Bundesliga

Hrgota setzt ein Zeichen

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Die Frankfurter Eintracht hat die Länderspielpause genutzt und ein Testspiel gegen den FC Hanau bestritten. Am Ende lautete das Ergebnis gegen den Sechstligisten 13:0. Vor allem Branimir Hrgota setzte ein Zeichen.

Kaum ein Akteur im Kader der Eintracht war in den vergangenen Monaten unter Trainer Adi Hütter so chancenlos, wie Branimir Hrgota. Der Angreifer stand im Sommer nach einer schwachen Vorsaison auf der Verkaufsliste des Klubs ganz weit oben und wurde deshalb vor dem zweiten Trainingslager in Gais aussortiert. Die Hessen planten nicht mehr mit dem Schweden und verdeutlichten mit dieser Maßnahme, dass er keine Zukunft bei den Hessen habe. Er suchte zwar nach einem neuen Klub, doch am letzten Tag der Transferperiode zerschlug sich nach fussball.news-Informationen die Option, zu einem ambitionierten Zweitligisten zu wechseln.

Hrgota spielte bislang keine Rolle

Hrgota wurde zusammen mit Simon Falette, Marc Stendera, Marco Fabian und Nelson Mandela Mbouhom (Marijan Cavar und Daichi Kamada fanden Vereine und wurden entliehen) wieder in den normalen Trainingsbetrieb eingegliedert. Der 25-Jährige bemühte sich in den Übungseinheiten nach Kräften, Hütter von sich zu überzeugen. Allerdings trafen die Konkurrenten auf seiner Position zuletzt wie sie wollten: Ante Rebic, Luka Jovic und Sebastien Haller bilden eine der stärksten Sturmreihen der Bundesliga und waren an allen zwölf Bundesligatoren als Schützen oder Vorbereiter beteiligt. Eine Nominierung für den Kader? Während Falette, Fabian und Stendera seitdem schon – mal mehr, mal weniger – eingesetzt wurden, blieb Hrgota nur ein Platz auf der Tribüne.

Rebic und Jovic beim Nationalteam

Der Linksfuß aber ließ sich davon bislang noch nicht entmutigen, er glaubt weiterhin an seine Chance bei der Eintracht. Umso wichtiger war für ihn der Test am Donnerstag in Hanau. In Abwesenheit von Jovic und Rebic, die bei der serbischen und kroatischen Nationalmannschaft weilen, bekam Hrgota eine Bewährungsmöglichkeit. Er wusste: Wenn er sein Ziel, die Zeit in Frankfurt nicht vollständig enttäuschend auslaufen zu lassen, erreichen will, muss er auffallen.

Achterpack im Testspiel als Zeichen

Und Hrgota zeigte im Test, der freilich nicht die sportliche Bedeutung eines Pflichtspiels hat, eine starke Leistung. Am Ende steuerte er acht der insgesamt 13 Tore bei und konnte sich nach seinem Siebenpack – mit zwei Traumtreffern – im zweiten Durchgang ein verschmitztes Lächeln nicht mehr verkneifen. Nach der Begegnung wollte er sich aber nicht äußern und verschwand zügig im Bus. Dafür sprach Teamkollege Jan Zimmermann über Hrgota: „Es zeigt, dass wir einen guten Teamspirit haben. Er wird morgen einen ausgeben dürfen. Jetzt muss er sich im Training beweisen.“ Möglicherweise wird nach der Gelb-Rot-Sperre für Rebic ein Platz im Kader frei für die Partie gegen Fortuna Düsseldorf am nächsten Freitag (20.30 Uhr).

Kaum noch Einsätze im zweiten Jahr bei der Eintracht

Allerdings: Sollte ihm Hütter tatsächlich noch eine Chance geben, muss der Angreifer liefern. Hrgota fiel nach ordentlichem Start in der Saison 2016/17 bereits in der Rückserie in ein Leistungstief. Er ließ beste Möglichkeiten liegen, die Eintracht rutschte auch deshalb in der Tabelle Stück für Stück ab. Ex-Trainer Niko Kovac hatte das Vertrauen in ihn verloren und setzte in der darauffolgenden Spielzeit nur noch in sechs Bundesligapartien auf dessen Dienste. Ob ihm der Auftritt in Hanau den nötigen Auftrieb gibt, um die vielen Hürden zu überwinden, ist noch unklar. Ein Anfang war das Torfestival allemal.

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