2. Bundesliga

Hitzlsperger: „Es ist unsere Pflicht, zweigleisig zu planen“

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Der VfB Stuttgart hat zuletzt mit Heimniederlagen gegen den SV Wehen Wiesbaden und Holstein Kiel überraschende Dämpfer auf der Mission direkter Wiederaufstieg hinnehmen müssen. Angesichts von nur noch zwei Punkten Vorsprung auf Tabellenplatz vier müssen Phantasien von einem Selbstläufer wohl ein Ende finden. Thomas Hitzlsperger hatte solche wohl eh nie.

„Wir werden alles tun, um aufzusteigen“, zitiert die Bild-Zeitung den neuen Vorstandsvorsitzenden der Schwaben. „Natürlich machen wir uns auch Gedanken, was ein zweites Jahr in der zweiten Liga bedeuten würde.“ Der Klub stehe nun am Beginn, Ideen für beide Szenarien zu entwickeln. „Es ist unsere Pflicht, zweigleisig zu planen“, sagt Hitzlsperger klar. Immerhin gibt es genügend Vorbilder. Der VfB muss nur auf den Gegner vom Samstag blicken. Der Hamburger SV wähnte sich in der Vorsaison lange quasi automatisch auf dem Weg zurück in die Bundesliga.

Zu große Ambitionen vermeiden

Für den Fall des Aufstiegs hat sich Hitzlsperger fest vorgenommen, kleine Brötchen zu backen. „Wir werden nicht sagen: Wir wollen zukünftig in der Bundesliga vorne mitspielen“, so der Ex-Nationalspieler. Darin mag so mancher einen kleinen Seitenhieb auf Wolfgang Dietrich sehen. Der im Sommer zurückgetretene Präsident hatte nach der letzten Rückkehr ins Oberhaus das Fernziel ausgerufen, sich langfristig unter den besten sechs Teams der Bundesliga zu etablieren. Anspruchsvoll und ehrgeizig will Hitzlsperger auch sein, dabei aber realistisch bleiben. „Das ist besser, als überambitioniert zu sein.“

„Partner investieren nicht aus der Emotion“

Die Konkurrenz verweist beim VfB Stuttgart derweil gerne auf die Strukturstärke der Region, mit vielen florierenden Konzernen als potenziellen Partnern. Damit räumt Hitzlsperger jedoch auf. „Wir müssen das Vertrauen aufbauen, dass man uns das Geld gibt“, so der erst im Frühjahr zum Sportchef ernannte Ex-Profi. „Potentielle Partner investieren nicht aus der Emotion heraus. Die Zeiten sind vorbei, das müssen wir uns erarbeiten.“ Dennoch agieren die Schwaben im Vergleich nicht nur zur Zweitliga-Konkurrenz aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke heraus. Freilich entsteht genau daraus auch ein bedeutsamer Erfolgsdruck.

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