Bundesliga

Heynckes sieht „Renaissance des Mittelstürmers“ – Die äußert sich auch in der Bundesliga

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Die Position des Mittelstürmers galt in der Bundesliga als nahezu ausgestorben. Weil in den Nachwuchsabteilungen Ausnahmetalente mit den entsprechenden körperlichen Voraussetzungen fehlen, haben sich viele Klubs auf Varianten mit eher spielerisch starken Offensivleuten konzentriert. Bundesliga-Legende Jupp Heynckes hat inzwischen aber ein Revival der Neuner ausgemacht.

„Grundsätzlich kann man sagen, dass es eine Renaissance des Mittelstürmers gibt“, so der 73-Jährige gegenüber der Rheinischen Post. „Man muss ja nur auf die erfolgreichen Vereine in Europa schauen.“ Der FC Barcelona habe Luis Suarez, bei Real Madrid spiele Karim Benzema. Harry Kane bei den Tottenham Hotspur, Romelu Lukaku bei Manchester United oder Mario Mandzukic bei Juventus Turin, die Liste lasse sich weit fortführen. Auch in der Bundesliga ist ein größerer Fokus auf den eigentlich so klassischen Spielertypen zu erkennen. Borussia Mönchengladbach investierte rund 23 Millionen Euro in Alassane Plea. Insgesamt zahlten die 18 Klubs rund 100 Millionen Euro an Ablösen für neue Mittelstürmer.

Das sind die Voraussetzungen für einen modernen Neuner

Dabei sind einige wichtige Transfers noch außen vor. Etwa die Leihe von Paco Alcacer zu Borussia Dortmund. Oder der ablösefreie Wechsel von Mark Uth zu Schalke 04. Der Wert eines echten Stürmers liegt für Heynckes auf der Hand. „Er braucht spezielle Eigenschaften. Er muss den Ball festmachen können, Lücken reißen und torgefährlich sein.“ Neu im Vergleich zu seiner eigenen Zeit als Torjäger sei, dass die Mittelstürmer heute in der Lage sein müssen, im hohen Angriffstempo auch spielerisch mitzuhalten.

„Nichts darf Selbstzweck sein“

Er selbst habe als Trainer immer das Glück gehabt, entsprechende Spielertypen zur Verfügung zu haben. Zuletzt trainierte er beim FC Bayern Robert Lewandowski. Der Pole darf wohl als idealtypischer Mittelstürmer moderner Prägung gelten. Heynckes hält allerdings wenig davon, einen Neuner aufzubieten, nur damit die Position besetzt ist. „Nichts darf Selbstzweck sein“, mahnt er. „Auch der Ballbesitz-Fußball ist ja nun nicht passé, nur weil schneller nach vorn gespielt wird.“ Einen echten Mittelstürmer zu haben, ist trotzdem eine wichtige Waffe. Das zeigt auch ein Blick auf die Torschützenliste nach sechs Spieltagen. Unter den 13 Spielern, die mindestens drei Treffer erzielt haben, sind neun Stürmer. Dazu gesellen sich Thorgan Hazard, Marco Reus und Arjen Robben als individuell herausragende Angreifer. Gleichwohl führt mit Ondrej Duda ein Mittelfeldspieler die Wertung an. Der Slowake traf allerdings auch zweimal per direktem Freistoß.

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