Bundesliga

Hertha mit Grujic noch ungeschlagen – „Er macht den Unterschied“

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Nach zwei Monaten Verletzungspause gab Marko Grujic sein Comeback für Hertha BSC und prompt lieferten die Berliner beim 3:3 gegen die TSG Hoffenheim einen deutlich verbesserten Auftritt ab, als noch in den vergangenen Wochen. Der Serbe profiliert sich immer merklicher als Unterschiedsspieler der „alten Dame“.

Neben dem strauchelnden FC Bayern und dem einmal in Abstiegskampf geratenen VfB Stuttgart lieferte die Bundesliga in den vergangenen Wochen vor allem eine Geschichte: Der Absturz von Hertha BSC. Ende September stand der Hauptstadtclub noch auf dem zweiten Tabellenplatz, doch zuletzt erinnerte nahezu nichts mehr an diesen zwischenzeitlichen Triumph. Die Abwärtsspirale von der Mannschaft der Stunde zur einmal mehr grauen Maus der Liga begann mit der Niederlage gegen Werder Bremen (1:3) am 5. Spieltag – genau mit dem Spiel, bei dem Marko Grujic erstmals nicht einsatzfähig war.

Hertha braucht Grujic

Am vierten Spieltag zog sich die Leihgabe des FC Liverpools einen Kapselriss im Sprunggelenk zu und fehlte somit ganze zwei Monate. Ein schwerer Schlag für die Blau-Weißen, die mit dem Mittelfeldmotor in vier Spielen zehn Punkte holten (2,5 im Schnitt). In den Wochen darauf war Hertha oftmals nicht wieder zu erkennen, der erfrischende Offensivfußball des Saisonbeginns war verflogen „Mit ihm haben wir eine andere Spielweise, eine andere Vertikalität“, erklärte Dardai vor dem Spiel gegen Hoffenheim. „Er ist ruhig, setzt sich ab, zeigt an: Gebt mir den Ball!“ Ohne die Ballsicherheit, Passschärfe und Laufstärke des 22-Jährigen fehlte es den Berlinern an Mut, ihre Angriffe vollends auszuspielen. Zunächst büßte die Mannschaft an Offensivstärke ein und mit den ausbleibenden Ergebnissen strauchelte auch die Abwehr immer mehr. Das Resultat: ohne Grujic sammelte die „alte Dame“ gerade einmal sechs Zähler in sieben Spielen (0,86 im Schnitt).

Mit Grujic kommt die Wende

So war die Erleichterung groß, als Hertha bekanntgab, Grujic würde im vergangenen Heimspiel gegen Hoffenheim (3:3) wieder in der Startelf stehen. Die Freude über sein Comeback wich nach 40 Sekunden jedoch Ernüchterung, da der Serbe mit seiner ersten Aktion sogleich das 0:1 verschuldete. Auch in den Minuten danach wirkte die Liverpool-Leihgabe alles andere als sicher, verschuldete viele Ballverluste und lud die TSG somit immer wieder zu Umschaltaktionen ein. Es war zu sehen, dass Grujic noch Zeit brauchte, um sich zu akklimatisieren. Dies gelang dem 22-Jährigen im Laufe der Partie immer besser und so war mit der Zeit wieder der alte Grujic zu erkennen. Ballsicher, dominant und mit Zug nach vorne nahm der achtfache serbische Nationalspieler die Zügel in die Hand. Grujic forderte die Bälle und wusste stets etwas brauchbares mit ihnen anzufangen. Elf Ballsicherungen verbuchte Grujic, dazu die drittgrößte Laufstrecke (11,2 km) und die meisten gewonnen Zweikämpfe (15). Auch seine Läufe mit Ball waren überragend, da er das Tempo stark anziehen konnte und sich so immer wieder bis in das letzte Angriffsdrittel tankte. So legte Grujic auch drei Torschüsse direkt auf, schloss zweimal selbst ab. Insgesamt war es also einmal mehr ein guter Auftritt des Serben, der ein großer Faktor für das Unentschieden gewesen ist.

Sonderlob von Dardai

„Es macht einen Riesenunterschied, wenn er dabei ist“, lobte Trainer Dardai seinen Schützling nach dem Punktgewinn. „Marko hat keine Angst, er nimmt die Bälle, spielt vertikal nach vorn, weiß, wann er in die Räume gehen muss – er ist ein Topspieler.“ Das Spiel gegen Hoffenheim war der fünfte Einsatz von Grujic für Hertha, keines dieser Spiele haben die Hauptstädter verloren. Kein Wunder also, dass die Vereinsverantwortlichen ihn gerne länger halten würden. Für ein Jahr haben die Berliner Grujic aus Liverpool geliehen. „Dass wir uns freuen würden, wenn er länger hier bleibt, das ist bekannt“, so Hertha-Manager Michael Preetz. „Und natürlich werden wir auf der Strecke auch mal mit den Kollegen aus Liverpool über ein Szenario sprechen, das über den Sommer hinaus geht. Aber ich fürchte: Mit einer schnellen Antwort ist da nicht zu rechnen.“

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