Bundesliga

Hat die Bundesliga zu viele „Bad Boys“?

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Die Zahl der Bundesliga-Profis, die auf und neben dem Platz negativ auffallen, scheint immer weiter zu steigen. Sei es der Eklat mit Jean-Kevin Augustin bei RB Leipzig oder der Trainer-Kritik von Schalke-Stürmer Franco Di Santo an Trainer Domenico Tedesco – die Tendenz zu umstrittenen Aktionen ist klar erkennbar. Damit tun diese „Bad Boys“ meistens nicht nur sich, sondern auch ihrer Mannschaft keinen Gefallen und gefährden den Teamfrieden.

Mittlerweile scheint sich beinahe jede Woche ein Skandal im deutschen Oberhaus zu ereignen. Es ist von Suspendierungen, kritischen Medienaussagen und sogar Gerichtsverhandlungen zu lesen, die das „Bad Boy“-Image einiger Spieler rasch formen. fussball.news fasst einige Beispiele zusammen:

RB Leipzig: Der Handy-Eklat mit Augustin und Mukiele

Im Spieltagskader von RB Leipzig gegen Eintracht Frankfurt (1:1) waren die eigentlich wichtigen Spieler Jean-Kevin Augustin und Nordi Mukiele überraschenderweise nicht zu finden. Trainer Ralf Rangnick hatte die beiden jungen Franzosen trotz ihres sportlichen Werts für die Mannschaft suspendiert. Beide sind nach BILD-Infos vor der Europa-League-Partie gegen RB Salzburg zu spät zum Umziehen in die Kabine gekommen. Während der Rest der Mannschaft bereits den Rasen verlassen hatte, sollen sie mit ihren Handys noch auf der Trainerbank der Red Bull Arena gesessen haben. Für die Partie am fünften Spieltag gegen den VfB Stuttgart stehen die beiden wieder im RB-Kader.

Schalke 04: Di Santo kritisiert Tedesco

Am vierten Spieltag empfing der FC Bayern den FC Schalke 04 in der Allianz-Arena (0:2). Am Ende standen die „Königsblauen“ erneut ohne Punkte dar, aber zusätzlich mit einem Skandal auf dem Feld. Trainer Domenico Tedesco hatte Stürmer Franco Di Santo im Laufe der Partie ausgewechselt, welcher diese Entscheidung klar erkennbar nicht akzeptieren konnte und sich ein heißes Wortgefecht mit seinem Coach lieferte. Konsequenz: Di Santo wurde für das Spiel gegen den SC Freiburg (0:1) aus dem Kader gestrichen. Der Argentinier hat sich mittlerweile öffentlich und vor der Mannschaft für sein Verhalten entschuldigt, doch solche Aktionen wirken besonders für einen in der Krise steckenden Klub wie Gift.

TSG Hoffenheim: Belfodil und Brenet schwänzen Sitzung

Auch die TSG Hoffenheim hatte in dieser Saison zwei „Sorgenkinder“ im Kader. Ishak Belfodil und Joshua Brenet schwänzten Medienberichten zufolge vor dem Champions-League-Spiel gegen Schachtjor Donezk eine Video-Sitzung und wurden daraufhin zu Hause gelassen. Belfodil fiel bereits bei seiner vorherigen Bundesliga-Station in Bremen negativ auf. Werder-Manager Baumann ermahnte ihn: „Wir erwarten von Ishak, dass er um seinen Platz kämpft. Und nicht sein Einzelinteresse über die Mannschaft stellt.“ Die beiden Neuzugänge sind mittlerweile wieder fester Bestandteil des Hoffenheim-Aufgebots.

1.FC Nürnberg: Neuzugang Misidjan droht Haftstrafe

Für 2,5 Millionen Euro wechselte Virgil Misidjan kurz vor Transferschluss von Ludogorets nach Nürnberg – womöglich hat der Club aber bald ein ernsthaftes Problem mit Misidjan. In der ersten Instanz hat ihn ein Gericht in Den Haag wegen Körperverletzung zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt (zwei Monate Bewährung). Vorerst ist Misidjan auf freiem Fuß, weil sein Anwalt Widerspruch gegen das Urteil eingelegt hat. Er habe nicht, wie vom Gericht geurteilt, einen 68-jährigen Rentner übel zusammengetreten. Es gäbe Zeugenaussagen, die behaupten, Misidjan habe sich nur selbst verteidigt, betonte sein Rechtsbeistand. Wann über die Berufung verhandelt wird, ist noch unklar.

FC Bayern: Wagners Streit mit Löw

Bei Nürnbergs Erzfeind FC Bayern besitzt Sandro Wagner schon einen Großteil seiner Karriere ein Image als „Bad Boy“. Beim FC Bayern verhielt sich Wagner bislang korrekt, dennoch sorgte er für einen überregionalen Eklat. „Ich trete hiermit sofort aus der Nationalmannschaft zurück“, verkündete Sandro Wagner bei Bild als Reaktion auf seine Nicht-Nominierung von Bundestrainer Joachim Löw für die WM 2018 in Russland. Der Stürmer war der Überzeugung, dass seine Ausbootung nichts mit sportlichen Gründen zu tun hatte: „Für mich ist klar, dass ich mit meiner Art, immer offen, ehrlich und direkt Dinge anzusprechen, anscheinend nicht mit dem Trainerteam zusammenpasse.“ Wagner bekam von den Fans für seine Haltung Zuspruch, doch es wirkt auch so, als hat ihn das Thema belastet. Beim FC Bayern kommt Wagner unter Trainer Niko Kovac kaum mehr – und bislang deutlich weniger als unter Ex-Coach Jupp Heynckes – zum Einsatz. Aus rein aus sportlichen Gründen!

Hannover 96: Walace ist eine tickende Zeitbombe

Bundesliga-Konkurrent Hannover 96 hat in dieser Saison noch keinen Spieler zurechtweisen müssen. Dennoch steckt in einem Spieler bei 96 wohl „Bad-Boy-Gefahr“: Walace widersetzte sich bei seinem Ex-Klub Hamburger SV Medienberichten zufolge mehrmals den Ansagen von Verein und Trainerteam und wurde deshalb für lange Zeit suspendiert. Sobald Walace nur auf der Bank saß oder auf einer anderen Position als im Mittelfeld spielen musste, brach offenbar der Frust in ihm aus und der Brasilianer stellte sich quer. Dazu kamen unangemeldete und zu lange Aufenhalte in der brasilianischen Heimat. Sollte der 23-Jährige bei den Niedersachsen kein Stammspieler mehr sein, bleibt seine Reaktion gespannt abzuwarten.

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