Borussia Dortmund

Gegen Bayern: Warum Favre in der Startelf auf Götze statt Alcacer setzen sollte

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Borussia Dortmund empfängt am heutigen Samstagabend den FC Bayern zum Bundesliga-Gipfel vor heimischer Kulisse. Es ist eines der vielzitierten Sechs-Punkte-Spiele: Bei einem Sieg wären es bereits sieben Punkte Vorsprung auf den Rekordmeister. Allerdings ist das hochgelobte Offensivspiel des BVB zuletzt etwas erlahmt. Mario Götze könnte es beleben.

Trainer Lucien Favre steht vor einer schweren Entscheidung. Im Sturm auf den fitten Paco Alcacer zu verzichten, könnte ihm schwer fallen. Dem Spanier sind in jeder Partie Tore zuzutrauen, er braucht wenige Chancen, um ein Spiel zu entscheiden. Allerdings sind Alcacer zuletzt nicht einmal wenige Chancen vor die Füße gefallen. Der 25-Jährige wirkte in seinen Einsätzen gegen den VfL Wolfsburg und Atletico Madrid wie ein Fremdkörper im Spiel der Schwarzgelben.

Alcacer in Wolfsburg und Madrid unsichtbar

Favre wechselte ihn in den Schlussphasen beider Partien aus. 15 Ballkontakte weist die offizielle Statistik für den Angreifer in 78 Minuten gegen die Wölfe aus, 14 in 75 Minuten bei Atletico. Insgesamt ein Torschuss und zwei Torschussvorlagen sind die magere Bilanz von Alcacer, der Dortmund in seinen ersten Einsätzen wie im Sturm erobert hatte. Seine Torquote ist noch immer herausragend, er trifft im Schnitt etwa alle 46 Minuten. Doch ob sich der BVB leisten kann, seinen Stürmer gegebenenfalls „durchzuschleppen“, ist fraglich.

Favre muss über Götze nachdenken

Die Bayern, soviel ist sicher, werden mit großer Motivation nach Dortmund kommen. Die Schwarzgelben müssen sich auf ein schweres Spiel einstellen, in dem die Form der letzten Wochen bei den Münchnern nicht viel zählen muss. Auch deshalb lohnt es sich für Favre, ernsthaft über Mario Götze auf der Stürmer-Position nachzudenken. Der Weltmeister von 2014 fühlt sich dort zwar nicht zwingend wohl, interpretierte die Rolle aber bei seinen letzten Einsätzen äußerst clever.

Anspielstation zwischen den Linien

In Abwesenheit des verletzten Alcacer bot Favre Götze beim furiosen 4:0 gegen Atletico und beim 2:2 gegen Hertha BSC in der Sturmspitze auf. Der 26-Jährige ließ sich häufig fallen, fungierte als Anspielstation zwischen den Linien. Dank seiner technischen Fähigkeiten machte Dortmunds Rückennummer 10 das BVB-Spiel immer wieder schnell, spielte häufig mit wenigen Kontakten. Vor allem Marco Reus profitierte davon, konnte immer wieder mit Tempo in die Spitze stoßen. Auch wenn Götze selbst nicht häufig in aussichtsreiche Positionen kam, war er so sehr wertvoll für das Offensivspiel seines Teams.

Beide nicht bei 100 Prozent

Theoretisch hat auch Alcacer diese Spielweise in seinem Repertoire. Warum es ihm gegen Wolfsburg und Atletico nicht gelang, am Offensivvortrag der Mannschaft teilzunehmen, kann nur spekuliert werden. Vollständig fit wirkte er nach überstandener Muskelverletzung noch nicht. Auch bei Götze reichte es unter der Woche nur für 20 Minuten, wie er gegenüber DAZN nach der Niederlage in Madrid zugab. Zuvor hatte ihn eine Bronchitis lahm gelegt. Insofern dürfte Favre vermutlich ohnehin beide Sturmoptionen bringen. Ein Wechsel im Laufe der 2. Halbzeit scheint vorprogrammiert.

Alcacer als idealer Joker

Dabei wäre die beste Wahl, Götze von Beginn zu bringen. Mit seinen ausweichenden Bewegungen wäre er für die Münchner Hintermannschaft schwer zu fassen. Wenn der 26-Jährige ins Mittelfeld ausweicht, muss die Bayern-Defensive nachrückende Spieler wie Reus oder Axel Witsel aufnehmen. Auch die Flügelspieler, vermutlich Jadon Sancho und entweder Jacob Bruun Larsen oder Christian Pulisic, könnten immer wieder in der Spitze auftauchen. Alcacer wäre in der Folge der ideale Joker: Gegen eine müde werdende Abwehr könnte er seine Cleverness nutzen und möglicherweise in der einen spielentscheidenden Szene da sein, wo ein Mittelstürmer stehen muss.

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