England

Fünf Gründe, warum Mourinho bei United vor dem Aus steht

on

Die Krise von Manchester United spitzt sich weiter zu. Und mit ihr auch die sprichwörtliche Schlinge um den Hals von Star-Trainer Jose Mourinho. Inzwischen vergeht kaum noch ein Tag, an dem kein Ex-Profi in den zahlreichen und mächtigen Medien Englands die Entlassung des Portugiesen fordert. fussball.news liefert fünf Gründe, warum seine Zeit bei den Red Devils tatsächlich bald vorbei sein könnte.

1. Verheerender Saisonstart

United brüstet sich gerne damit, der größte Klub der Welt zu sein. Das bezieht sich heute allenfalls noch auf die kommerzielle Ebene. Sportlich verfehlt das Team diese Ansprüche nach dem Start der aktuellen Saison meilenweit. Nach der 1:3-Niederlage bei West Ham United am Samstag steht ManUnited auf Rang Zehn. Hinter den großen Konkurrenten, aber auch Klubs wie dem AFC Bournemouth, dem FC Watford oder Aufsteiger Wolverhampton Wanderers. Der schlechteste Saisonstart seit 29 Jahren hinterlässt seine Spuren.

2. Massive Fehlinvestitionen

Mourinho beschwerte sich im Sommer gerne darüber, der Klub habe ihm nicht genügend Kapital für Transfers zur Verfügung gestellt. Ein Blick auf seine Einkäufe legt nahe, warum dies der Fall war: Der 55-Jährige hat in zwei Jahren in Manchester sehr viel Geld für wenig Ertrag ausgegeben. Elf Spieler hat er federführend verpflichtet, dafür laut Daten des Internetportals transfermarkt.de über 430 Millionen Euro bezahlt. Mit Romelu Lukaku ist ihm nur ein nicht zu diskutierender Volltreffer gelungen. Gerade die Defensive, eigentlich sein Steckenpferd, hat Mourinho trotz Investitionen in die Innenverteidiger Eric Bailly und Victor Lindelöf sowie die defensiven Mittelfeldleute Nemanja Matic und Fred bisher nicht nachhaltig verbessert. Ohne Ausnahme-Torhüter David de Gea wären die Probleme noch offensichtlicher.

3. Machtkampf mit Pogba

Der teuerste Neuzugang unter Mourinho war Paul Pogba. Dessen Rückkehr von Juventus Turin ließ sich United im Sommer 2016 satte 105 Millionen Euro kosten, damals Weltrekord. Die Qualitäten des Franzosen sind unbestritten, für Manchester zeigt er sie äußerst selten. Der Coach muss sich den Vorwurf gefallen lassen, aus dem potenziell besten Spieler seines Kaders zu wenig zu machen. Nun hat sich der Portugiese ausgerechnet Pogba zur Zielscheibe eines seiner berüchtigten Machtkämpfe gemacht. Unter anderem entzog er dem Weltmeister das Amt als Vize-Kapitän, stellte ihn dabei öffentlich bloß. Das sorgt für Unruhe im Team und in der öffentlichen Wahrnehmung. Ohne passende Ergebnisse liegen die Argumente nicht bei Mourinho.

4. Third-Year Syndrome

Es kommt für die wenigsten Beobachter sonderlich überraschend, dass all diese Probleme im dritten Jahr des exzentrischen Trainers bei United ans Tageslicht kommen. Das „Third-Year Syndrome“ (Drittes-Jahr-Syndrom) ist in englischen Medien ein regelrecht geflügeltes Wort geworden, um die Amtszeiten von Mourinho zu beschreiben. Er ist mit seiner Art dafür bekannt, schnellen Erfolg zu haben, sich mit Klub und Spielern zu zerstreiten und im dritten Jahr kommt es zum Bruch. Ein viertes Jahr beim selben Verein hat der 55-Jährige erst einmal angetreten: In seiner ersten Amtszeit beim FC Chelsea war im September Schluss. Zur ganzen Wahrheit gehört der Fairness halber: Der FC Porto und Inter Mailand hätten ihn nach ihren Champions-League-Siegen in den Jahren 2004 und 2010 mit Kusshand behalten, es zog ihn an die Stamford Bridge beziehungsweise zu Real Madrid.

5. Enteilte Erzrivalen

Wären die internen Querelen und der schwache Saisonstart nicht für sich genommen schlimm genug, zerreißt es den glühenden Anhängern von United das Herz beim Blick auf die Tabelle der Premier League. Ausgerechnet Lokalrivale Manchester City, von Sir Alex Ferguson unvergessen als „noisy neighbours“ (nervige Nachbarn) deklariert, und Erzfeind FC Liverpool sind da an der Tabellenspitze weit enteilt. Die beiden verhassten Klubs haben den Red Devils auch europäisch den Rang abgelaufen. Mit Pep Guardiola und Jürgen Klopp haben sie hippe Trainer, die für begeisternden Fußball stehen. Das tat Mourinho nie. Er stand für Erfolg, der ist jetzt abhanden gekommen. Gegen den FC Valencia in der Champions League am Dienstagabend und in der Liga gegen Newcastle United muss er sich dringend wieder einstellen. Ansonsten kann Mourinho wohl nicht einmal seine Vertragsverlängerung im Januar retten. Sie dürfte für United eher zum „Millionengrab“ werden.

About Lars Pollmann

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.