Bundesliga

Flick und Finke: Nagelsmann-Abgang kein Grund für Hoffenheim-Krise

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Die TSG Hoffenheim hinkt aktuell den eigenen Erwartungen hinterher, ist  nur Tabellendreizehnter. Hat dies möglicherweise auch damit zu tun, dass Julian Nagelsmann den Klub nächsten Sommer in Richtung Leipzig verlässt? Ein früherer Hoffenheimer Geschäftsführer und ein Ex-Trainer des SC Freiburg glauben nicht daran.

Nein, dass Julian Nagelsmann sein Wechsel nach Leipzig belastet und er sich nicht mehr auf Hoffenheim konzentrieren kann, das glaubt Hans Flick nicht. „Der Julian (Nagelsmann, Anmerk. d. Red.) kann schon ganz gut beides machen“, zeigte sich der ehemalige Geschäftsführer (Juli 2017- Februar 2018) der Kraichgauer gegenüber Sport1 überzeugt. Schließlich sei der aktuelle TSG-Cheftrainer „wahnsinnig erfolgsbesessen und möchte immer gewinnen“. Auch die aktuelle Situation sei kein Indiz für eine schwache Trainerleistung, schließlich seien die Partien trotz zweier Ligapleiten in Folge auch „nicht wirklich schlecht“ gewesen. Es habe „Möglichkeiten“ gegeben, „diese erfolgreich zu gestalten“ und gerade die Abwehr sei überdies von „viel Verletzungspech“ heimgesucht worden.

Nagelsmann-Ersatz schon im Winter klar?

Auch Volker Finke, von 1991-2007 Trainer des SC Freiburg, sieht in Nagelsmanns Wechsel nach Leipzig keinen hinreichenden Grund für die Hoffenheimer Situation: „Generell glaube ich nicht, dass es zum Nachteil für den Klub wird, die Trennung so früh bekanntgegeben zu haben. Alle haben gemeinsam beschlossen, dass sich die Wege trennen“, sagte er an gleicher Stelle. Probleme sieht der 70-Jährige möglicherweise „in der Zukunftsplanung.“ Um diesen entgegenzuwirken sollten die Hoffenheimer seiner Ansicht nach „schon in der Winterpause einen neuen Trainer präsentieren“, der dann „in die Planungen für die kommende Saison ordentlich eingebunden wird“ und ab Sommer 2019 übernimmt.

„Es gibt keinen besseren Coach“

Dass die Kraichgauer aus der Krise bald wieder herauskommen, daran hat Hansi Flick keinen Zweifel. Schließlich sei Julian Nagelsmann ein „sehr guter Trainer“, es gäbe „auch in dieser Situation für diese Truppe keinen besseren Coach.“ Der 53-Jährige zeigte sich überzeugt, dass der junge Trainer seine Mannschaft auch weiterhin „im Griff habe“. In diesem Punkt ist er sich mit Volker Finke einig, dieser bestätigte: „Dass weniger Erfolg da ist, sehe ich in keinem Zusammenhang mit der Trennung im Sommer.“ Der ehemalige Freiburger Kult-Trainer sieht Nagelsmanns künftiges Engagement in Leipzig nicht als Doppelbelastung. „Das, was er an zusätzlicher Arbeit für Leipzig hat, weil Rangnick das mit ihm abstimmen wird, kann man so sehen, dass das durch die Nicht-Einbindung in die Arbeit für Hoffenheim kompensiert wird“, schließlich müsse sich er sich dort nicht mehr um die Kaderplanung kümmern.

About Stefan Katzenbach

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