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FIFA-Skandal: Schweizer Bundesanwalt verteidigt Treffen mit Infantino

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Der Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber hat seine beiden Treffen mit Gianni Infantino rund um die Ermittlungen im Korruptionsskandal verteidigt.

Solche Koordinationstreffen, wie es sie im Frühjahr 2016 gab, seien „nötig, um komplexe Verfahren sinnvoll und gemäß dem Beschleunigungsgebot“ durchzuführen, sagte Lauber am Mittwoch in Bern. Er wolle auch künftig solche Treffen abhalten.

Die Football-Leaks-Enthüllungen bezüglich Infantino hatten Vorwürfe zu Tage gebracht, wonach der Schweizer Staatsanwalt Rinaldo Arnold von Infantino mehrere Geschenke angenommen haben soll. Als Gegenleistung sollte er den Kontakt zwischen Infantino und Lauber herstellen. So wollte Infantino angeblich an Informationen über den Stand der Ermittlungen kommen. Lauber betonte, dass es bei den Treffen mit Infantino nicht um Verfahren gegangen sei, in die der FIFA-Boss involviert war.

Nach eigenen Angaben ermittelt die Bundesanwaltschaft (BA) in rund 25 Verfahren „im Untersuchungskomplex Fußball“ – wobei die FIFA nicht Beschuldigte eines Strafverfahrens sei. Zu den Verfahren gehört auch das gegen frühere Funktionäre des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Zusammenhang mit der Affäre um die Vergabe der WM 2006.

Gegen die Ex-Präsidenten Wolfgang Niersbach und Theo Zwanziger sowie den ehemaligen Generalsekretär Horst R. Schmidt wird wegen „Verdacht des Betrugs, der ungetreuen Geschäftsbesorgung, der Geldwäscherei sowie der Veruntreuung“ ermittelt. Auch OK-Boss Franz Beckenbauer ist weiter im Visier der BA.

Bisher ist es noch kein Fall zu Anklage gekommen. Die BA strebt an, die ersten Verfahren im kommenden Jahr zum Abschluss zu bringen. Das bedeutet, dass sie eingestellt werden oder dass es zu einer Anklage kommt.

 

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