1. FC Kaiserslautern

FCK nimmt bei seinen Fans keine „Gesinnungsprüfung“ vor

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In Länderspielpausen ist im Fußball-Geschäft häufig Zeit für außersportliche Themen. Ein solches Thema, das viele Fans und Vereine umtreibt, ist der Umgang mit Anhängern, die der Partei AfD angehören oder mit ihren Ansichten sympathisieren. Nun hat sich auch der 1.FC Kaiserslautern dazu positioniert.

„Wir nehmen keine Gesinnungsprüfung vor, wenn jemand Mitglied im Verein ist“, so Pressesprecher Stefan Roßkopf gegenüber der Rheinpfalz. „Für uns ist es aber klar, dass es Werte gibt. Das erkennt man an, wenn man Mitglied des 1. FCK ist.“ Zu diesen Werten gehöre eine klare Abgrenzung gegen Diskriminierung und Rassismus. Sie werden seit vielen Jahren von Kaiserslautern verkörpert, gibt der ehemalige Fanbeauftragte der Roten Teufel an. Zu einem konkreten Vorfall sei es bisher aber ohnehin nicht gekommen. Die Thematik ist in die öffentliche Wahrnehmung gerückt, weil Werder Bremen einem Fan angeblich mit dem Entzug seiner Dauerkarte gedroht haben soll. Der Anhänger habe zuvor den Austritt aus dem Verein angekündigt.

„Man müsste sich damit auseinandersetzen“

Grund dafür sei die Haltung von Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald, der gegenüber Bremer Medien Stellung gegen die von Experten als rechtspopulistisch eingeschätzte AfD bezogen hatte. Auch wenn die Hanseaten inzwischen klar gestellt haben, dass keine Dauerkarten entzogen werden, hat das Thema große Brisanz. „Klar ist, wenn sowas vorkommt, dann müsste man sich damit intensiver auseinandersetzen“, erklärt Roßkopf die Haltung von Kaiserslautern. Im Zweifelsfall werde es Einzelfallentscheidungen geben müssen. Die enge Bindung zu den Fans ist auch nach dem sportlichen Niedergang der vergangenen Jahre das große Faustpfand der Pfälzer. In den fünf Heimspielen der laufenden Saison sind durchschnittlich über 25 000 Zuschauer in das Fritz-Walter-Stadion geströmt.

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