Borussia Dortmund

Favre: „Angst um meinen Job hatte ich nie“

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Borussia Dortmund empfängt am heutigen Abend Schlusslicht SC Paderborn zum 12. Spieltag der Bundesliga. Ein Sieg ist Pflicht, da die Borussen bereits sechs Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze aufweisen. Lucien Favre steht deshalb immer wieder in der Kritik.

„Ich war auch nicht mit allen Ergebnissen in dieser Saison zufrieden, aber Angst um meinen Job hatte ich nie“, so der Chefcoach gegenüber der Bild-Zeitung. Er versuche stets, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die er beeinflussen kann. Die Leistungen der Mannschaft etwa. „Aber natürlich kenne ich die Mechanismen im Fußball. Bleiben die Ergebnisse aus, gibt es Diskussionen“, so Favre. Damit könne er gut leben, er sei lang genug dabei, um das nötige Verständnis aufzubringen.

„Keinen Grund für Panik“

Dennoch hält der Schweizer die Hysterie um den BVB bisweilen für übertrieben. „Wir schauen nach elf Spieltagen nicht auf die Tabelle. Die Liga ist momentan sehr eng.“ Es gehe darum, bis Weihnachten die maximal mögliche Punktzahl zu ergattern. „Es gibt keinen Grund in Panik zu verfallen“, so Favre. Neben dem Anschluss an die Tabellenspitze der Bundesliga steht bis zur Winterpause auch das Erreichen der K.o.-Phase in der Champions League auf dem Spiel. Dort sieht es vor dem Spiel beim FC Barcelona gut aus. In der Liga hingegen fehlt schon ein Stück auf die ambitionierten Ziele des Klubs.

„Bin keiner, der das täglich ausspricht“

„Ich habe wie die Bosse auch gesagt, dass wir es versuchen wollen“, sagt Favre in Bezugnahme auf den offensiv formulierten Meisterwunsch. „Ich bin aber keiner, der das täglich ausspricht.“ Nach seiner ersten Saison in Dortmund hält er die gesteigerte Erwartungshaltung für nachvollziehbar. Alleine, vom Reden gewinne kein Team Titel. „Wir müssen uns auf die Spiele konzentrieren und gewinnen. Der Rest kommt doch von alleine.“ Dennoch muss Favre mit dem öffentlich diskutierten Makel leben, er sei ein Trainer, mit dem Mannschaften keine Titel gewännen.

„Dortmund ist mein größter Klub“

„Als Trainer brauchst du Zeit, um eine Mannschaft aufzubauen. Eine Mannschaft, die deiner Idee entspricht“, sagt der 62-Jährige. In der Schweiz habe er bewiesen, Titel holen zu können. In Deutschland hatte er mit Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach keine Klubs, mit denen das in Frage gekommen wäre. „Borussia Dortmund ist mein bisher größter Klub“, betont Favre. Deswegen muss er freilich auch den Beweis antreten, dass er nicht nur ein Coach ist, der Mannschaften entwickeln kann. Sondern auch einer, der diese Entwicklung mit dem Gewinn von Zählbarem vollenden kann.

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