Bundesliga

Ersatzspieler? Gereizter Wagner ballt die Faust in der Tasche

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Die Verantwortlichen des FC Bayern sind über ihre Spielweise beim 2:1-Erfolg im DFB-Pokal bei Viertligist Rödinghausen enttäuscht. Viele Spieler scheinen mit individuellen Problemen zu kämpfen zu haben – und wie steht es um Sandro Wagner?

Der Stürmer spielte in Rödinghausen von Beginn an, erzielte das 1:0 für die Münchner und holte einen Elfmeter heraus, den aber Teamkollege Renato Sanches dann verschoss. Im Anschluss konnte auch Sandro Wagner, ähnlich wie seine Teamkollegen, kaum mehr positive Akzente setzen. Wie viel Wut offenbar Wagner in sich angestaut hatte, zeigte sich aber erst nach der Partie. Von den Berichterstattern auf seine generelle Situation beim FC Bayern angesprochen, wirkte Wagner gereizt. „Ich glaube, ich habe in dieser Saison das zweite Spiel von Anfang an gemacht“, stellte Wagner lakonisch fest. Dann folgte vom als „Heißsporn“ geltenden Wagner aber keine Wutrede – er zügelte sich zunächst: „Grundsätzlich habe ich mir vorgenommen, das Ganze medial ruhiger zu gestalten. Das sind deshalb keine Fragen, die Sie an mich stellen müssen.“

„Jetzt aber haben wir bald November – und ich mache mein zweites Spiel von Anfang an!“

Wagner ließ aber durchblicken, dass ihm seine Reservistenrolle unter Trainer Niko Kovac gar nicht schmeckt. Natürlich tue es ihm gut, nun von Beginn an gespielt und ein Tor erzielt zu haben, so Wagner, der dann die Vergangenheit heranzog: „Ich habe mein erstes Bundesligaspiel vor über zehn Jahren gemacht, die letzten Jahre sehr erfolgreich bestritten – und es hat Spaß gemacht! Jetzt aber haben wir bald November – und ich mache mein zweites Spiel von Anfang an!“ Es sind nur Feststellungen von Wagner – aber zwischen den Zeilen ist deutlich herauszuhören, dass der 30-Jährige mehr Einsatzzeit beim FC Bayern einfordert. Vor seinem 90-Minuten-Einsatz in Osnabrück brachte es Wagner erst auf 128 Pflichtspielminuten in dieser Saison. Öffentlich gibt es für Wagner von allen Seiten viel Lob. Trainer Niko Kovac sagte zuletzt über ihn: „Als Typ ist er ein ganz feiner Kerl, ein toller Mensch und guter Fußballer, der sich tagtäglich reinschmeißt.“ Die Frage, die sich wohl auch Wagner stellt: Warum erhält er von Kovac trotzdem im Schnitt deutlich weniger Einsatzzeiten als unter Vorgänger Jupp Heynckes?

About Daniel Michel

Daniel Michel, Jahrgang 1981, gründete im Dezember 2015 das Nachrichtenportal fussball.news. Zuvor war er als freier Journalist u.a. bei Sport1, Eurosport und der Perform Group tätig. Er ist zudem Co-Herausgeber einer Fußball-Buchreihe und Autor mehrerer Bücher und Kalender.

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