Borussia Dortmund

„Entschlossenheit hat gefehlt“ – BVB auf der Suche nach der Durchschlagskraft

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Borussia Dortmund ist dank eines torlosen Unentschiedens gegen den FC Brügge ins Achtelfinale der Champions League eingezogen. Chancen waren gegen den belgischen Vertreter akute Mangelware. Der Trend in der Offensive des Bundesliga-Tabellenführers zeigt in die falsche Richtung.

In den Ergebnissen mag sich das bislang nicht widerspiegeln. Doch ein Blick auf die vergangenen Begegnungen zeigt: Mit Ausnahme des 3:2-Erfolgs im Bundesliga-Gipfel gegen den FC Bayern ist der hochgelobte Angriff des BVB nur selten auf Touren gekommen. Beim VfL Wolfsburg gelang ein 1:0-Arbeitssieg, bei Atletico Madrid setzte es die erste Pflichtspielniederlage, bei Mainz 05 brauchte es ein glückliches Siegtor von Außenverteidiger Lukasz Piszczek für den dreifachen Punktgewinn.

Erstes Heimspiel ohne mindestens zwei Tore

Nun zeigte der BVB-Angriff also auch zum ersten mal auch vor heimischem Publikum Schwächen. Zuvor hatten die Dortmunder ihre Fans stets verzückt, nie seltener als zweifach getroffen. Die besondere Konstellation der Königsklasse mag dabei eine Rolle gespielt haben. Schließlich brauchte das Team von Lucien Favre nur einen Punkt, um das Weiterkommen zu sichern. Der Schweizer wurde zudem nach der Partie nicht müde, Brügge für die starke Defensivleistung mit Anerkennung zu überschütten. Dennoch wird auch der perfektionistisch veranlagte Trainer die Entwicklung in der Offensive mit einer gewissen Besorgnis zur Kenntnis nehmen.

Alcacer in der Startelf erneut wirkungslos

Schneller und präziser hätte der BVB spielen müssen, da waren sich Favre und Sportdirektor Michael Zorc nach der Partie einig. Dass die Mannschaft die Begegnung dennoch in Person von Christian Pulisic und Marco Reus noch in der 1. Halbzeit hätte entscheiden können, zeigt, wie hoch die individuelle Qualität in ihr ist. Dennoch fehlte gegen Brügge nicht zum ersten mal die Durchschlagskraft. Selbst Wunderstürmer Paco Alcacer kann diese Erkenntnis nicht abwenden: Bei seinem fünften Startelf-Einsatz blieb er zum dritten mal ohne Treffer.

Den Spanier ereilt das Götze-Schicksal

Der Spanier litt am gleichen Schicksal, das auch sein Ersatzmann Mario Götze zuletzt häufiger über sich ergehen lassen musste. Um gegen einen tief stehenden Gegner auf Ballkontakte zu kommen, ließ er sich häufig fallen. Mit  Ablagen suchte er den Anschluss ans Kombinationsspiel der Mannschaft. Dadurch fehlte es aber in der Folge regelmäßig an einem Abnehmer im Zentrum. Und wenn Alcacer mal in seinem natürlichen Hoheitsgebiet auftauchte, fehlte ihm, anders als bei seinen Einsätzen als Joker von der Bank, das nötige Fortune.

Zu viele falsche Entscheidungen

Damit stand er freilich nicht alleine. Auch Pulisic, Mahmoud Dahoud oder Raphael Guerreiro schienen im Strafraum regelmäßig nicht weit davon entfernt, eine Großchance auf dem Fuß zu haben. Doch, wie bei diesem Trio zu oft der Fall, ließ im passenden Moment die korrekte Entscheidung auf sich warten, oder war ein Abwehrbein dazwischen. Ohne die individuelle Brillanz von Jadon Sancho, gegen Brügge von der Bank wirkungslos, und die rasanten Tiefenläufe von Achraf Hakimi auf der Außenbahn, fehlt es den Schwarzgelben an der nötigen Dynamik, um eine vielbeinige und im engmaschigen Block zusammengezogene Defensive nachhaltig zu verwirren.

„Irgendwas hat gefehlt“

„Die Entschlossenheit hat am Schluss gefehlt, wirklich das Tor machen zu wollen“, erklärte Innenverteidiger Manuel Akanji nach dem Spiel bei Sky, woran es gehapert habe. „Wir haben ein paar Gelegenheiten gut herausgespielt, aber dann hat irgendwas gefehlt.“ Dieses „irgendwas“ zu identifizieren, dürfte zu den wichtigsten Aufgaben beim BVB gehören. Denn ein Selbstläufer ist auch diese bisher so herausragend verlaufene Saison für die Schwarzgelben keineswegs. Das haben die vergangenen Wochen ebenso belegt wie die Nullnummer gegen Brügge.

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