Bundesliga

Eintrachts „Trio Infernale“: Hütters Mut wird belohnt

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Im Duell zwischen Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart wurde zum Auftakt des 10. Spieltags ein Klassenunterschied deutlich. Ein wesentlicher Faktor: Das „Trio Infernale“ der Hessen. Luka Jovic, Sebastien Haller und Ante Rebic hieven den Klub auf eine neue Ebene.

Nicolai Müller hat es kurz vor Schluss zusammen mit Jetro Willems geschafft: Der 23. Saisontreffer der Frankfurter Eintracht war der erste (!) an dem weder Luka Jovic, Sebastien Haller oder Ante Rebic ihren Anteil hatten. Dies sollte die Leistung an dem Auftritt in den 89 Minuten zuvor nicht schmälern. Was das „Trio Infernale“ der Frankfurter, welches sich kurzfristig nach dem Ausfall von Mijat Gacinovic zusammensetzte, von Beginn an lieferte, war für den VfB Stuttgart zu dynamisch, schnell und wuchtig.

Hübner lobt mutige Ausrichtung

„Der Plan von unserem Trainer ist aufgegangen, offensiv zu agieren. Das war ein tadelloser Auftritt“, lobte Sportdirektor Bruno Hübner gegenüber des Onlinemagazins SGE4EVER.de.Trainer Adi Hütter ließ immer anklingen, dass der Zeitpunkt kommen werde, das Trio zeitgleich von Beginn an auf den Platz zu schicken. „Es war ein richtig guter Matchplan. Die Stuttgarter waren, glaube ich, auch perplex darüber, dass wir alle drei auf den Platz geschickt haben“, stellte Hübner fest. „Die Drei vorne haben das richtig gut gemacht. Ich habe unter der Woche erstmals die Idee gehabt, dass es für das Spiel passen könnte„, erklärte Hütter seine Idee.

Effektiv zu Beginn

Jovic schießt – Ron-Robert Zieler hält – Haller staubt ab – 1:0. Filip Kostic flankt – Haller schießt – Zieler pariert erneut – Jovic bleibt dran, flankt – und findet den Kopf von Rebic – 2:0. Es waren, mit Ausnahme des Treffers aus Abseitsposition von Rebic (3.), die ersten beiden Eintracht-Chancen der Partie. Wieder einmal zeigten sich die Hessen eiskalt in der Fremde, wie schon bei den Siegen in Freiburg (2:0) und Hoffenheim (2:1) nutzten sie die erste sich bietende Möglichkeit gnadenlos aus.

Das macht das „Trio Infernale“ aus

So konnten sich die Frankfurter im zweiten Durchgang gegen völlig überforderte Schwaben erlauben, weitere hochkarätige Chancen zu vergeben. Alleine Jovic hätte, mit beiden Füßen brandgefährlich und mit starkem Antritt gesegnet, erneut an einem Vierer- oder Fünferpack schrauben können. Haller fällt neben des Torinstinkts inzwischen als technisch feiner Ballverteiler auf, der auch schwierige Bälle höchst anspruchsvoll – gerne mit der Hacke oder der Brust – verarbeitet. Und Rebic? Er verkörpert Wucht, das Anarchische, für den Gegner nicht greifbare und völlig unberechenbare Element. Der Vize-Weltmeister fühlt sich in der Rolle als „Star“ des Vereins sichtlich wohl.

Trapp mahnt

Dennoch gibt es weiterhin Luft nach oben. Vor allem die Passquote ist ausbaufähig, zudem wirkte das Team im Gefühl der totalen Überlegenheit Mitte der zweiten Halbzeit phasenweise etwas zu sorglos. „Wir hatten leichte Ballverluste. Wenn man auswärts beim Stand von 2:0 das Gegentor bekommt, dann wird es nochmal schwierig“, sagte daher auch Kevin Trapp, der erstmals keinen Gegentreffer kassierte. Er mahnte: „Wir haben zwar gute Qualität in der Mannschaft, aber ich weiß nicht, ob wir in so einem Fall noch einmal in der Lage wären, auf das dritte Tor zu gehen. Vielleicht fängt man dann auch an, zu schwimmen.“ Ansonsten überwog allerdings die Freude über den dritten Auswärtssieg in der Bundesliga: „Das war heute eine sehr, sehr gute Leistung von allen. Jetzt sind wir zumindest über Nacht Tabellendritter. Das ist ein schönes Gefühl.“

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