Bundesliga

„Ein-Mann-Büffelherde“ Rebic überzeugt als Teamplayer

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Luka Jovic stand nach zwei Treffern und einer Vorlage gegen den FC Schalke 04 (3:0) im Mittelpunkt bei Eintracht Frankfurt. Das Fundament für den Erfolg legte allerdings Ante Rebic.

Es dauerte rund 60 Minuten bis der Express mit dem „Trio Infernale“ der Frankfurter Eintracht zu Rollen begann. Es war die „Ein-Mann-Büffelherde“ Ante Rebic, der die Hessen auf die Erfolgsspur brachte. Ein unzureichende Kopfballabwehr von Salif Sane fing er im Mittelfeld ab, trieb den Ball mit großen Schritten voran, überlupfte dann zur rechten Zeit den abgetauchten Sane und fand Luka Jovic, der Benjamin Stambouli austanzte und eiskalt ins lange Eck vollendete. Wie groß das Vertrauen in den 20 Jahre alten Angreifer inzwischen ist, vermittelte in dieser Aktion der Blick auf Rebic. Er riss bereits Arme zum Jubeln hoch, obwohl sich Jovic noch mitten in seiner Aktion befand. „Ante gehört nicht zu den Spielern, denen es wichtig ist zu treffen. Ihm geht es um Leistung und er freut sich auch, wenn die anderen treffen“, lobte Trainer Adi Hütter dessen Teamgeist nach Abpfiff der Partie.

Rebic bringt Eintracht mit überragenden zwölf Minuten in die Erfolgsspur

Welche Qualitäten in Rebic stecken, zeigte sich in den zwölf Minuten zwischen dem ersten und dem zweiten Tor. Bei einer von Kevin-Prince Boateng ins Leben gerufenen Aktion der Marke „Bruda! Schlag den Ball lang“ behauptete sich der 25-Jährige in einem engen, heißumkämpften Duell erneut gegen Sane und setzte den Abschluss per Linksschuss an den Innenpfosten. Kurze Zeit später machte Innenverteidigerkollege Stambouli Bekanntschaft mit Rebic: Der Vize-Weltmeister setzte sich erneut durch und legte den Ball präzise in den Lauf von Filip Kostic, dessen präzise Flanke wieder Jovic fand. Der Widerstand von Schalke war gebrochen, die Offensivmaschinerie der Frankfurter hatte erneut zugeschlagen.

Hütter hört auf sein „Bauchgefühl“

„Es war eine Gefühlssache. Ich habe zuerst überlegt mit zwei Spitzen zu spielen“, gab Hütter zu. Allerdings habe er auf sein „Bauchgefühl“ gehört und erneut alle drei Stars der Eintracht auflaufen lassen. Sie zogen die Mannschaft mit, die 4,3 Kilometer mehr lief (110,6 zu 106,3) und häufiger zum Sprint ansetzte (270 zu 180) als die Schalker, und arbeiteten unentwegt für ihre Erfolgserlebnisse. „Sie sind alle drei einfach gut und haben gut nach hinten gearbeitet“, stellte auch Hütter fest. Die Folge: Schalkes Abwehrreihe musste sich bis an die Decke strecken und viele intensive, kraft- und konzentrationsraubende Zweikämpfe und Laufduelle führen, um mithalten zu können.

3-4-3-System keine Option

Der Trainer will – selbst wenn das Trio zusammen aufläuft – nicht auf ein klassisches 3-4-3-System umstellen: „Mir gefällt die Konstellation mit zwei Spitzen und einem Spieler dahinter am besten.“ Die Option, mit einem Angreifer zu agieren und dahinter zwei Spieler auf die Halbpositionen zu stellen sei nicht die von ihm präferierte: „Es ist Geschmackssache.“ Unbestritten aber bleibt, dass Rebic diese nicht ganz so einfache Position hervorragend ausfüllt.

Im „Schnittspiel“ voll da

Der Kroate kann so als abkippender Angreifer seine beiden Mitspieler lenken, zudem lässt er sich mit seiner Wucht und Dynamik aus der Tiefe heraus kaum vom Gegner stoppen. „Zwischenzeitlich würde es ihm guttun, wenn er auch mal trifft. Aber das hat nicht absolute Priorität. Er denkt nicht so egoistisch, dass nur er Tore schießen muss“, betonte Hütter. Im entscheidenden Moment in dem „Schnittspiel“, kurz nachdem Breel Embolo die Führung hätte erzielen können, waren die Frankfurter voll da und haben sich mit dem Führungstor – der ersten hochkarätigen Möglichkeit – belohnt. „Wir brauchen in den gewissen Phasen das notwendige Glück“, wusste Hütter. Dieses hat sich die Eintracht erarbeitet, weshalb der Trainer zufrieden feststellte: „Wir hätten noch das eine oder andere Tor mehr erzielen können am Ende, aber ich bin mit dem 3:0 zufrieden.“

Rebic-Verbleib hat sich ausgezahlt

Fest steht: Die Entscheidung der Eintracht, das millionenschwere Angebot vom FC Sevilla abzulehnen und den Vertrag stattdessen zu verlängern, hat sich rentiert. Die Spanier boten rund 28 Millionen Euro, die Hessen wären nach fussball.news-Informationen bei einer Summe von rund 33 Millionen schwach geworden. Die Sorgen, Rebic könnte ohne „Vaterfigur“ Niko Kovac abstürzen, haben sich als unbegründet erwiesen. Der Kroate – er ist auch in seinem dritten Jahr bei den Frankfurtern unumstrittener Stammspieler und ein eminent wichtiger Faktor für den vierten Platz in der Bundesliga.

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