Nationalmannschaft

Effenberg sieht viele Gründe für DFB-Zuschauerschwund

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Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft scheint nicht mehr so viele Menschen wie noch vor ein paar Jahren zu begeistern und muss einen sinkenden Zuschauerschnitt hinnehmen. Für Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg gibt es für den Zuschauerschwund sowohl Gründe auf als auch neben dem Feld.

„Wenn ein Stadion wie am Samstag halbleer ist, spricht das Bände“, schrieb Stefan Effenberg über das Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Weißrussland in seiner Kolumne für Sport1, „Ich habe das Spiel auch nicht zuende geschaut, sondern bin nach 25 Minuten ins Bett gegangen.“

Mangelnde Kreativität auf dem Feld

Für den 51-Jährigen spielen mehrere Faktoren eine Rolle bei den zurückgehenden Zuschauerzahlen. Hierfür sieht Effenberg auch eine Teilschuld in Ausbildung der heutigen Spielergeneration. „Was die Leistungen der Mannschaft betrifft, werden die Schablonen in den Nachwuchsleistungszentren vorgegeben, genau so muss der Lauf- und Passweg sein. Kreativität und Freiheit gehen damit komplett verloren“, erklärte der ehemalige Nationalspieler und stellt einen Vergleich zu seiner Zeit auf: „Mir hat man früher gesagt: Das ist deine Position und jetzt sei kreativ, mach, was du willst! Das wurde den Spielern genommen. Und das Ergebnis sehen wir jetzt.“

Fan-Nähe fehlt

Ein weiterer Aspekt sei die fehlende Nähe der Profi-Fußballer zu ihren Anhängern, die zu einer immer größer werdenden Entfremdung führen würde. „Es ist übrigens auch tragisch, wenn nach der WM gesagt wird, dass wir uns den Fans wieder nähern wollen und es dann nicht umgesetzt wird“, so Effenberg, „Das wird in Zukunft ja noch schlimmer, wenn man keine öffentlichen Trainings abhält.“ Darüber hinaus sieht Effenberg das angekratze Image des DFB und die späten Anstoßzeiten als Gründe für den Zuschauerschwund an.

Neuer erkennt Übersättigung

Auch Nationaltorhüter Manuel Neuer erkennt Fehler in der Terminplanung: „Wir haben Anstoßzeiten, die wieder sehr spät sind.“ Zudem erkennt der 33-Jährige eine Übersättigung im Fußball, die sich zwangsläufig in den Zuschauerzahlen niederschlagen würde. „Durch die Nations League sind es immer mehr Spiele geworden“, erklärte der DFB-Kapitän, „Du wirst als Fan mit Fußballspielen befeuert. Das ist der Unterschied zu früher.“ Auch die Rahmenbedingungen seien Gründe für das Ausbleiben von ausverkauften Stadien: „Das Wetter im November ist nicht optimal und wir spielen bei allem Respekt nicht gegen Mannschaften, bei denen jeder erwartet, dass er ins Stadion kommt.“

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