2. Bundesliga

Dynamo und Aue messen sich im hitzigen Ost-Derby

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Der zehnte Spieltag der 2. Bundesliga wird am Freitag (18.30 Uhr) mit dem Derby zwischen Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue eröffnet. Beide Mannschaften gehen kampfeslustig in die Partie und freuen sich auf eine intensive Atmosphäre.

Wird in den vergangenen Tagen etwas zu der Begegnung zwischen Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue geschrieben oder gesagt, so kann dies nicht ohne die Erwähnung der bevorstehenden Atmosphäre geschehen. „Es ist immer wieder ein Highlight. Die Stimmung ist einfach brutal dort. 30.000 Leute geben Vollgas über 90 Minuten“, zeigt sich beispielsweise Aue-Torhüter Martin Männel dem kicker gegenüber voller Vorfreude. Das Sachsen-Duell ist in aller Munde und auch von hoher sportlicher Bedeutung, denn beide Mannschaften könnten mit einem Sieg einen gehörigen Sprung in der Tabelle machen.

Walpurgis sieht Dresden auf einem guten Weg

Mit 13 Punkten nach neun Spieltagen sind die Dresdner in der Lage, am Freitagabend durch einen Sieg zumindest für eine kurze Zeit auf dem vierten Tabellenrang zu verweilen. Möglich gemacht hat dies Trainer Maik Walpurgis, unter dem Dynamo zehn von möglichen 18 Zählern geholt und so den Anschluss an die obere Tabellenhälfte hergestellt hat. „Der Zeitpunkt der Übernahme war sicher nicht einfach: Englische Wochen standen bevor, Trainingsmöglichkeiten gab es kaum. Dennoch ist es uns gelungen, unsere Philosophie zu vermitteln“, zog der neue Trainer ein erstes Zwischenfazit im kicker. Nach neun Punkten aus den ersten vier Partien unter Walpurgis gab es eine Niederlage gegen Greuther Fürth (0:1) und einen Punktgewinn in Magdeburg (2:2).

Verletzungsgeplagtes Dresden erwartet heißen Kampf

„Die Vorfreude ist groß, die Stimmung wird überragend sein“, sagte Dynamos Mittelfeldspieler Rico Benatelli. „Derbys sind das Salz in der Suppe“, ergänzte Maik Walpurgis, der sich auch etwas in seine Karten für Freitag blicken ließ: „Wir haben unseren Fokus auf Pressing und Positionsspiel sowie die Festigung unseres Spielkonzeptes gelegt.“ Dresden will die Gäste aus dem Erzgebirge also gehörig unter Druck setzen und aggressiv auftreten. Der angepeilte Derbysieg muss allerdings ohne fünf potenzielle Stammspieler errungen werden. Neben Dynamo-Kapitän Marco Hartmann fallen auch Patrick Ebert, Florian Ballas, Jannik Müller und Niklas Kreuzer aus. Seinen Platz sicher hat somit Sören Gönther, der gegen Aue sein Startelf-Debüt feiern wird. „Mit seiner Art und Erfahrung ist er ein wichtiger Spieler für die Mannschaft“, erklärte Walpurgis. „Mit jedem Training kommt er seiner Topverfassung näher, jetzt braucht er Spielminuten und wir haben die Möglichkeit, ihm diese zu geben.“

Aue will das Spiel genießen und sich nicht klein machen

Die Auer erwartet ein emotional intensives Spiel, in einem Stadion, was ihnen nichts schenken wird. „Wir müssen ein dickes Fell haben und das in positive Energie umsetzen. Im Stadion wird eine hitzige Atmosphäre sein. Wir werden uns auf dem Platz zerreißen“, stellte Aue-Keeper Männel klar. Coach Daniel Meyer pflichtete seinem Schlussmann bei, merkte aber an: „Grundsätzlich muss es Spaß machen in so einer Atmosphäre zu spielen. Man muss die Emotionalität annehmen, die Energie von den Rängen aufnehmen, sie umwandeln und der Heimmannschaft entgegenwerfen.“ Der Heimsieg gegen Holstein Kiel (2:1) gibt den Sachsen das nötige Selbstbewusstsein dazu. Mit zehn Punkten stehen die „Veilchen“ auf dem 13. Tabellenrang und könnten mit einem Auswärtsdreier wohltuenden Abstand zwischen sich und die Abstiegsränge bringen. „Wir müssen selbstbewusst spielen und Dynamo mit eigenen Offensivaktionen beschäftigen“, forderte Aue-Präsident Helge Leonardt in der Bild.

Das Duell der Mittelstürmer

Besagte Offensivaktionen sollen vor allem von Mittelstürmer Pascal Testroet kommen. Dem 28-Jährigen gelangen in acht Einsätzen drei Tore, womit er Aues Toptorjäger ist. Für Testroet ist die Begegnung am Freitag eine spezielle. Er spielte drei Jahre für Gegner Dynamo Dresden, schoss in 63 Pflichtspielen 21 Tore, ehe es ihn im vergangenen Sommer nach Aue zog. „Der Wechsel war schon etwas Besonderes. Ich weiß ja auch, dass beide Vereine Erzrivalen sind“, so Testroet. „Ich habe keine Ahnung, was mich erwartet, habe für Dynamo bis zur letzten Sekunde alles gegeben. Nach meinem Wechsel kamen auch viele positive Stimmen. Trotzdem erwarte ich Pfiffe. Mit einem Sieg wieder wegfahren zu können, wäre das Schönste.“ Was Testroet für Aue ist, ist Moussa Kone für Dresden. In sieben Partien gelangen dem 21 Jahre alten Mittelstürmer vier Tore und drei Assists, weshalb er maßgeblich an dem Erfolg der vergangenen Wochen beteiligt ist. Aue-Verteidiger Steve Breitkreutz fordert gute Kommunikation mit seinen Teamkollegen, um den Senegalesen auszuschalten: „Wir haben jede Woche mit sehr guten Stürmern zu tun. Aber Kone ist schon ein einzigartiger Spielertyp in dieser Liga. Er ist klein und trotzdem sehr athletisch, schnell und torgefährlich. So gute Angreifer, mit so viel individueller Klasse, kann man nur im Verbund verteidigen“, erklärte der Innenverteidiger der Bild.

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