Bundesliga

Drei Bereiche, die Lehmann und Kosicke bei Hertha verändern sollen

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Die Ernennung Lars Windhorsts von Marc Kosicke und vor allem Jens Lehmann für den Aufsichtsrat von Hertha BSC hat großes Aufsehen erregt. Der Investor verspricht sich viel von den beiden Personalien, sie sollen den Verein voranbringen. fussball.news erklärt, welche Bereiche Lehmann und Kosicke verändern sollen.

„Ich freue mich sehr, dass sich Jens Lehmann und Marc Kosicke für uns bei Hertha engagieren werden. Beide bringen ein hohes Maß an Erfahrung und Professionalität mit“, erklärte Investor Lars Windhorst in der Vereinsmeldung vom 10. Mai, „Sie werden dazu beitragen, die Ziele von Tennor und der Hertha zu erreichen und den Verein gemeinsam in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.“ Es ist vollkommen klar, dass sowohl Lehmann als auch Kosicke nicht nur stille Funktionäre des Vereins sein, sondern aktiv mitgestalten sollen. So gibt es gewisse Bereiche, in denen Hertha BSC Nachholbedarf hat – fussball.news erklärt, welche das sind.

Produktive Arbeitskultur schaffen

Eines der größten internen Probleme von Hertha BSC ist es in den vergangenen Monaten gewesen, Streitigkeiten zwischen Verantwortlichen still zu klären oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. So ist der Blick für das Wesentliche verloren gegangen. Hier sieht sich Marc Kosicke, der 15 Jahre für die Weltkonzerne Nike und Adidas gearbeitet hat, ehe er sich mit seiner Beraterfirma selbstständig gemacht hat, gefragt. „Zu einer von meinen Aufgaben zählt es, auch als Mediator aufzutreten. Das heißt konkret, dass ich meinen Teil dazu beitrage, zwischen allen Beteiligten eine positive, konstruktive Arbeitskultur zu entwickeln. Die war augenscheinlich in den vergangenen Monaten nicht ganz so gegeben“, erklärte Kosicke der Welt. Kosicke steht für große Professionalität und wird von verschiedenen Personen aus dem Fußballgeschäft sehr geschätzt. Der 49-Jährige soll beim Haupstadtklub nun ein Arbeitsklima schaffen, das die Verantwortlichen allesamt in dasselbe Boot holt und produktiv arbeiten lässt.

Herthas Profil schärfen

Kosicke hat darüber hinaus mit dem FC Bayern München und der TSG Hoffenheim zusammengearbeitet. Bei dem deutschen Rekordmeister hat das neue Berliner Aufsichtsratmitglied 2008 die „Mia san Mia“-Philosopie mitentwickelt und so ganz massiv bei der Profilschärfung des Vereins geholfen. Bis heute steht das Motto stellvertretend für das Wesen des FC Bayern. Bei Hertha haben die zahlreichen Image-Kampagnen der vergangenen Jahre nicht allzu viel bewirkt, aufgrund der Geschehnisse in der laufenden Saison ist vielmehr das Bild des Chaosvereins entstanden. Hier kann Kosicke konkret ansetzen. 2013 hat Hoffenheim seine Firma als eine Art Unternehmensberatung angeworben, um Prozesse im Verein zu optimieren. Kosicke weiß also, an welchen Stellschrauben gedreht werden muss, um einen Fußballklub voranzutreiben. Er ist exzellent vernetzt und hat Einsicht in viele Belange der Unternehmensführung. „Wenn Hertha auf mich zukommt und um ein Feedback oder einen Rat bittet, bin ich natürlich bereit. So arbeite ich ja ohnehin schon seit Jahren.“

Sportliche Kompetenz erweitern

Aber auch Jens Lehmann wird gewillt sein, seine Attribute gewinnbringend einzusetzen. „Jens ist zwar ein streitbarer Geist, aber kein lauter Mensch. Ich glaube, dass Jens ein großes Fußballknowhow besitzt und international anerkannt ist. Es kann dem ganzen Projekt bei Hertha BSC nur zuträglich sein“, erläuterte Kosicke. Auch wenn der Aufsichtsrat keinen Einfluss auf das operative Geschäfts des Vereins nimmt, wird Lehmann aufgrund seiner großen Erfahrung im Fußball ein natürliches Kontrollorgan für Herthas Geschäftsführung sein. Manager Michael Preetz hat in den vergangenen Jahren quasi ohne ein sportliches Korrektiv gearbeitet, die Kompetenzen sind nicht breit genug verteilt gewesen. Die Verpflichtung von Arne Friedrich als Teammanager und Lehmann als Aufsichtsratmitglied ist ein klares Zeichen dafür, dass sich Investor Windhorst mehr Personen mit Fußballwissen im Verein wünscht, die gegebenenfalls ein Gegengewicht zu Preetz darstellen. So kommt Hertha BSC weg von der One-Man-Show im sportlichen Kompetenzbereich.

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