Bundesliga

Diese 4 Probleme begleiten den FC Bayern

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Nach vier Partien ohne Sieg folgten vier erfolgreiche Partien. Ein Stimmungsumschwung ist beim FC Bayern München deshalb noch nicht zu erkennen. Vier Probleme sind sichtbar.

Rafinha flankte auf Renato Sanches, der sofort weiterleitete und Sandro Wagner somit das erhofft frühe Tor im DFB-Pokal gegen den SV Rödinghausen ermöglichte. Wer in der Folge einen Selbstläufer des FC Bayern erwartete, sah sich getäuscht, spätestens nach dem verschossenen Elfmeter des bis dahin so starken Sanches beim Stand von 2:0 war die Dominanz plötzlich weg. Der Regionalligist wurde minütlich mutiger, kam kurz nach der Pause zum Anschluss und setzte den Münchener arg zu. „Wir haben überhaupt nicht mehr gespielt, wie ich mir das vorgestellt habe“, sagte Trainer Niko Kovac nach Spielschluss zerknirscht. Die Einstellung zum Gegner: Sie ist das aktuell wohl größte Problem der Münchener. Die vergangenen vier Siege wurden allesamt nicht erspielt, die Treffer waren in vielen Fällen Ausdruck der individuellen Qualität. Spielzüge wie vor dem 1:0 gegen Rödinghausen oder zum 2:0 in der Champions League gegen AEK Athen gab es nur selten.

Wenig Teamgeist vorhanden

Weltmeister Lothar Matthäus warnte vor der „Ich-AG“-Mentalität. Aktuell überwiegt der Egoismus, als Team tritt der Rekordmeister nicht auf. Füreinander kämpfen? Miteinander spielen? Davon ist wenig zu spüren beim FC Bayern. „Wir müssen besser verteidigen, uns vorne durchsetzen. Zusammen“, forderte Sportdirektor Hasan Salihamidzic gegenüber Bild. Der Bosnier, der zusammen mit Kovac in Profizeiten eben diesen Teamgeist symbolisierte wie kaum ein Zweiter, spricht die Defizite deutlich an.

Führungsspieler außer Form

Torhüter Manuel Neuer? Sah bereits bei einigen Gegentoren schlecht aus. Die Flügelspieler Arjen Robben und Franck Ribery? Kommen kaum mehr an ihren Gegenspielern vorbei. Javi Martinez? Wirkt schwerfällig und strahlt wenig Selbstvertrauen aus. Kovac fehlen derzeit die Akteure, die das Ruder in die Hand nehmen und der Mannschaft Sicherheit verleihen – Führungsspieler also. Bezeichnend, dass gegen Mainz 05 (2:1) mit Thiago ein Spieler als Antreiber auffiel, der den Klub im Sommer verlassen sollte oder gegen Rödinghausen der – womöglich verfrüht – als Flop abgestempelte Sanches stärkster Akteur war. Eine Achse kann sich so (noch) nicht entwickeln.

Gelingt Kovac der Spagat?

Defensiv sicher stehen und dennoch attraktiven Fußball bieten: Das Umfeld des FC Bayern wurde in den Jahren unter Jupp Heynckes und vor allem Pep Guardiola mit einer Spielweise verwöhnt, von der das Team derzeit weit entfernt ist. Zu viele Spieler wirken ausgelaugt und satt nach vielen Erfolgen in den vergangenen sechs Jahren. Erreicht Kovac die Mannschaft? Versteht sie, was dieser akribisch arbeitende und so vehement auf Disziplin pochende Trainer verlangt? Die Unruhe im Team ist offenbar vorhanden, obwohl der Kader klein gehalten ist, ist der Frustfaktor bei einigen Spielern groß. Gelingt Kovac, dem bei Ex-Klub Eintracht Frankfurt alle bedingungslos folgten und Reservistenrollen einigermaßen klaglos hinnahmen, der Spagat?

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