Bundesliga

Die fünf größten Verfehlungen der Hertha-Fans seit 2010

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Seit Jahren fällt eine Gruppe von Hertha-Fans negativ mit Ausschreitungen, Bannern und anderen Skandalen auf. Aus ihren Aktionen ergibt sich mittlerweile eine lange Liste.

16 Punkte nach neun Spieltagen, ein Last-Minute-Punktgewinn bei der Mannschaft der Stunde aus Dortmund – die Welt bei Hertha BSC könnte theoretisch nicht besser sein. Theoretisch, denn die Berliner Fan-Ausschreitungen am Samstagnachmittag im Signal Iduna Park überschatten den sportlichen Erfolg der Mannschaft. Einmal mehr haben die Hertha-Ultras über die Stränge geschlagen, ein in den letzten Jahren nicht allzu seltenes Vorkommnis. Mittlerweile gehören die Hertha-Ultras zu den Gruppierungen, die innerhalb der Bundesliga mit am negativsten auffallen. fussball.news listet die fünf größten Herthaner Fan-Vergehen seit 2010 auf.

Der Platzsturm 2010

Am 13. März 2010 fand das Spiel zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Nürnberg statt und sollte ein sehr unschönes Ende nehmen. Nach dem Schlusspfiff liefen mehrere Hundert Hertha-Anhänger aus der Ostkurve auf das Spielfeld. Dort angekommen, machten sie eine Ersatzbank kaputt und Jagd auf Nürnberg-Keeper Raphael Schäfer, der die Berliner Fans während der Partie mit abfälligen Gesten provoziert hatte. Verletzte gab es bei dieser Aktion jedoch nicht.

Rangnick-Banner 2016

„Ey Ralf, wir warten sehnlichst auf deinen nächsten Burnout“, hieß es auf dem äußerst geschmacklosen Banner, das im Dezember 2016 bei der Begegnung zwischen Hertha und RB Leipzig im Berliner Auswärtsblock hing. RB-Sportdirektor und heute auch Trainer Ralf Rangnick hatte 2011, damals noch als Coach beim FC Schalke 04 tätig, wegen eines Erschöpfungssyndroms seinen Rücktritt erklärt. „Hertha BSC distanziert sich von diesem widerlichen Banner!“, schrieb Herthas Sportdirektor Michael Preetz damals bei Twitter.

Banner gegen Köln-Fans 2017

Auch im Oktober 2017 fielen die Hertha-Anhänger mit einem Plakat sehr negativ auf. „Domplatte for one. Selbst an Silvester tanzt eure Schwester alleine“, hatten sie in Anlehnung an die Geschehnisse am Kölner Hauptbahnhof geschrieben. Dort gab es 2015 in einem unkontrollierten Menschenandrang mehrere Hundert sexuelle Delikte. Bereits 2016 hatten die Ultras mit „Lieber eine Mutter als zwei Väter“ gegen die Fans des 1. FC Köln geschossen. In beiden Fällen distanzierte sich Hertha BSC klar von deren Aussagen.

Beschmieren des Wohnhauses von Digitalchef Keuter 2018

Die Fehde zwischen dem engsten Hertha-Fan-Kern und Herthas Mitglied der Geschäftsleitung, Paul Keuter, hält bereits seit Jahren an. Der von Keuter mit initiierte digitale Umschwung bei der „alten Dame“ und den daraus entstandenen Verschiebungen im Umgang mit den alteingesessenen Fans sorgt für viel Unmut bei u.a. den Hertha-Ultras. Auch wenn der gesamte Verein diesen Weg gehen will, ist Keuter aufgrund seiner Funktion als Digitalchef besonders ins Kreuzfeuer geraten. Mitte Oktober diesen Jahres kam es zu einer klaren Grenzüberschreitung. An das Wohngebäude von Keuter und seiner Familie wurde der Satz „@Paul: Ist Hertha hier zu Hause???…“ geschmiert, was als klare Drohung verstanden werden kann. Die Täter sind noch nicht identifiziert, es wird noch ermittelt. Offensichtlich dürfte sein, dass es eine oder mehrere Personen aus dem Fan-Umfeld Herthas gewesen sein müssten.

Ausschreitungen in Dortmund

Am vergangenen Samstag ereignete sich der jüngste Zwischenfall mit Beteiligung von Hertha Ultras. Die Berliner Ultra-Gruppierung „Hauptstadt Mafia“ feierte ihr 15-jähriges Bestehen mit dem Abfackeln von Pyrotechnik. Beim Abbrennen der Pyrotechnik hätten sich laut Polizei zehn unbeteiligte Besucher mit Verletzungen der Atemwege gemeldet. Rund zehn Minuten nach der Pyro-Aktion stiegen die Polizisten in den Berliner Block, um eine Zaunfahne zu entwenden – solch ein Banner hat immense Bedeutung für Ultras und so zeugte es nicht von Fingerspitzengefühl, als bereits alles wieder befriedet war, mit einer Polizei-Staffel in den Block zu gehen und sogar Pfefferspray einzusetzen. Ebenso völlig überzogen war es jedoch auch, als z.B. ein Hertha-Anhänger ein bengalisches Feuer in die Staffel warf. Die Geschehnisse müssen noch weiter aufgearbeitet werden. Verfehlungen gab es definitv von den Hertha-Anhängern, aber auch die äußerte offensive Vorgehensweise der Dortmunder Polizei steht in der Kritik. Fest steht aber: Hertha BSC muss sein Fan-Problem in den Griff bekommen.

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