Bundesliga

Die drei Verlierer der Kovac-Rotation!

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Das Rotationssystem von Trainer Niko Kovac gilt unter Experten als umstritten. Der frühere FC-Bayern-Kapitän Stefan Effenberg forderte zuletzt bei Sport1 seinen Ex-Teamkollegen auf, eine eingespielte Stammelf kontinuierlich starten zu lassen. Durch die Rotation lässt sich aber nach neun Pflichtspielen unter Führung von Niko Kovac auch ein Zwischenfazit ziehen und ableiten, welche Spieler ihre Rolle beim deutschen Rekordmeister überdenken sollten.

Als den „wahren Verlierer“ der Rotation nannte die Abendzeitung bereits Ersatzkeeper Sven Ulreich. Vergangene Saison zeigte Ulreich herausragende Leistungen und vertrat den lange verletzten Manuel Neuer nahezu perfekt im Tor des FC Bayern. Trainer Niko Kovac will aber im Gegensatz zu vielen anderen Top-Coaches bei den Torhütern nicht rotieren lassen. So gibt es bereits Spekulationen, dass Ulreich den deutschen Rekordmeister womöglich vorzeitig im Sommer 2019 verlässt – und laut der spanischen Sportzeitung AS könnte Jeroen Zoet von der PSV Eindhoven als Ulreich-Ersatz nach München wechseln. Zudem wurde der Deutsch-Grieche Odisseas Vlachodimos von Benfica Lissabon laut Record als Alternative zu Ulreich genannt.

Hummels als „das prominenteste Opfer“?

Auch Innenverteidiger Mats Hummels scheint unter Niko Kovac nicht die besten Karten zu besitzen. Der 29-Jährige kam bislang nur in drei von sechs Bundesligaspielen zum Einsatz. Die Sport-Bild schrieb in einem brisanten Artikel am Dienstag: „Der Weltmeister bekommt immer mehr das Gefühl, dass er das prominenteste Opfer des Trainer-Wechsels werden könnte.“ Als sicher dürfte gelten, dass sich der Nationalspieler seine Rolle unter Kovac anders vorgestellt hat. Offenbar scheint Kovac den Weltmeister vor allem aufgrund seiner Defizite in Sachen Antrittsschnelligkeit schwächer als die Teamkollegen Niklas Süle und Jerome Boateng einzustufen.

Wagner kommt kaum mehr zum Zug

Als dritter Verlierer der Kovac-Rotation kann Sandro Wagner gelten. Der Stürmer brachte es bislang auf nur 104 Einsatzminuten in der Bundesliga und stand nur ein Mal in der Startelf. Auch seine Pflichtspielminuten belaufen sich diese Saison bislang nur auf 122. Ein deutlicher Rückschritt im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018, als Wagner unter Trainer Jupp Heynckes nahezu in jedem Spiel seine Chance erhalten hatte. Wagner dürfte zum Verhängnis geworden sein, dass Kovac dem in der Öffentlichkeit viel kritisierten Top-Stürmer Robert Lewandowski großen Rückhalt schenken will – und ihn deshalb nahezu durchspielen lässt. Lewandowski kommt auf 691 Pflichtspielminuten in dieser Saison – nach Torwart Manuel Neuer und Verteidiger Joshua Kimmich ist es der höchste Wert beim FC Bayern. Man muss deshalb kein großer Prophet sein, um zu erahnen, dass sich die drei „Rotations-Verlierer“ Sven Ulreich, Mats Hummels und Sandro Wagner trotz langfristiger Verträge in München demnächst auch mit Angeboten anderer Klubs beschäftigen dürften.

About Daniel Michel

Daniel Michel, Jahrgang 1981, gründete im Dezember 2015 das Nachrichtenportal fussball.news. Zuvor war er als freier Journalist u.a. bei Sport1, Eurosport und der Perform Group tätig. Er ist zudem Co-Herausgeber einer Fußball-Buchreihe und Autor mehrerer Bücher und Kalender.

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